
„What‘s up, Tiger Lily?“ ist Woody Allens erster, wenn auch noch nicht ganz sein eigener Film. Es ist die kuriose Bearbeitung eines zweitklassigen japanischen Agentenfilms „Kagi No Kagi“ („Schlüssel der Schlüssel“), den er mit einigen hinzugefügten Szenen und neu unterlegtem Dialog zu einer Agentenfilm-Parodie umfunktionierte, in der Gauner und Spione in eine abstruse Jagd nach einem Rezept für Eiersalat, welches den Schlüssel zur Weltmacht in sich trägt, verwickelt sind.
Der Titel des Films ist zweifellos eine Reminiszenz an die Komödie “Was gibt‘s Neues, Pussy?“ von 1964, mit Romy Schneider und Peter O‘Toole.
Mit „What‘s up, Tiger Lily?“ wollte Woody Allen einerseits mit der Figur des blasierten Filmemachers, der mit Pseudo-Sinnsprüchen nur so um sich wirft, die im Kielwasser der „Nouvelle vague“ segelnden pseudo-intellektuellen Filmautoren und -kritiker parodieren und andererseits anhand eines (echten!) japanischen Kinofilms demonstrieren, wie eng Persiflage und Original nebeneinander liegen können.
Diese direkte Form der Persiflage (die gewissermaßen zwischen Vorlage und Persiflage nicht mehr unterscheidet) war möglicherweise ihrer Zeit voraus; in verfeinerter Form hatte sie erst 1981/82 zum Beispiel mit „Tote tragen keine Karos“ von Carl Reiner Erfolg. In die deutschen Kinos ist „What‘s up, Tiger
Lily?“ dann auch erst 1981 gekommen und jetzt als DVD wieder erhältlich.
Leider hat die deutsche Synchronisation der Synchronisation einiges an Witz eingebüßt und man sollte beim Sehen auf die Allenschen Originaldialoge zurückgreifen.
[Dirk Jaspers FilmLexikon / cs]
80 min
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