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Dr Dicks RnB History Teil 3 |
Shanty Town - Dr. Dicks „Rhythm & Blues“ History Teil 3
1950er-Jahre
Die Stellung des Rhythm and Blues als Musik der schwarzen Unterschicht änderte sich in den 50er-Jahren durch die Vermischung des Rhythm and Blues und des Rock’n’Roll, durch Künstler wie Chuck Berry. Auch der Doo Wop hat seine Wurzeln im Rhythm and Blues; ursprünglich von schwarzen Künstlern gesungen, entstanden bald auch gemischte und rein weiße Gruppen. Anfang der 50er-Jahre wird die elektronische Orgel öfter eingesetzt. Leute wie Wild Bill Davis oder Dog Bagbay spielen sie.
Die ab Mitte der 50er-Jahre sich entwickelnden Aktivitäten für eine „saubere“ Musik der Radiostationen hatte nicht wirklich Erfolg, sondern erhöhte nur das Interesse an den geächteten Stücken. Zu dieser Zeit haben sich der Rock‘n‘Roll und auch schwarze Rhythm and Blues-Musiker wie Chuck Berry etabliert. Aufgrund von musikalischen Kriterien kann kaum unterschieden werden, was Rock‘n‘Roll und was Rhythm and Blues ist. Weiße Interpreten spielten Lieder schwarzer Rhythm and Blues-Musiker nach, die dann als Rock‘n‘Roll-Songs sehr erfolgreich waren. Erst nachdem 1955 Chuck Berry mit „Maybelline“ erfolgreich war, konnten sich auch die schwarzen Musiker in den Charts durchsetzen, aber erst ab 1956 verkauften sich die Originale besser, als die der weißen Nachmacher.
Gegen Ende der 50er-Jahre, als Rock‘n‘Roll nicht mehr einer ethnischen Gruppe zuzurechnen war, sondern für die Rebellion der Jugend gegen die Erwachsenen stand, kam ein neuer Begriff auf, der für die schwarze Identität steht: Soul. Dieser Begriff wurde in den 60er Jahren nun für R‘n‘B verwendet. Ab 1969 änderte auch Billboard die Bezeichnung der Charts für afroamerikanische Unterhaltungsmusik in Soul um. Es entstanden weitere Sparten in dem Genre. Die bekanntesten sind Funk und Motown.
Durch die Verbindung von Rhythm and Blues mit Gospel schufen Künstler wie Ray Charles und Sam Cooke in den späten 50er-Jahren die Soulmusik, eine Form des Rhythm and Blues mit seinen alten säkularen Themen, die nun mit sakraler Energie vorgetragen wurden. Der Song Halleluja, I love her so! (1959) von Ray Charles spiegelt diese Spannung im Titel wider. Soul griff die Motive und Themen der schwarzen Bürgerrechtsbewegung auf – den Kampf um gesellschaftliche (rechtliche und wirtschaftliche) Anerkennung der immer noch unterprivilegierten Afroamerikaner und damit verbunden der Konstituierung schwarzen Selbstbewusstseins. Soul spaltete sich bald in verschiedene Genres und Stile auf. Der wirkungsmächtigste und geschäftlich erfolgreichste dürfte Motown sein. Das Detroiter Label machte eine Reihe von Künstlern groß, beispielsweise Diana Ross & The Supremes, die Temptations, Smokey Robinson & The Miracles, Stevie Wonder und Marvin Gaye. Eine Entwicklungslinie führte von hier zum Funk der 70er-Jahre. Stilprägend war hier vor allem James Brown. [ao]
Fortsetzung folgt im Juni!
Die ersten beiden Teile der History gibt es hier auf www.DOCK31.de im Artikelarchiv März & April zu lesen.
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