Montag, 6. Februar 2012
Dr Dicks Surfmusic History Teil 1
Shanty Town - Dr. Dicks „Surfmusic“ History Teil 1
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Surfmusik ist Teenager-Musik, sie ist von Teenagern für Teenager gemacht. Das jugendliche Alter der BELAIRS ist dabei keineswegs eine Seltenheit. Die meisten Surfmusiker waren noch in der Highschool oder waren vor kurzem auf ein College gekommen. Phänomenal in dieser Hinsicht sind die NEW DIMENSIONS, die gerade einmal 13 Jahre alt waren, als sie ihre erste Platte einspielten. Eine Ausnahme ist eher so jemand wie DICK DALE, der sich schon mit wenig Erfolg als Countrymusiker betätigt hatte, bevor er zum „King of the Surfguitar“ wurde; ganz zu schweigen von den Studiomusikern, die auf das Surfbrett aufsprangen, als sich damit Geld verdienen ließ. Allerdings hat die Jugendlichkeit der frühen Surfmusik nichts Programmatisches - im Gegensatz zum Rock’n’Roll der 50er Jahre.

Aber schließlich ging es bei Surfmusik, anders als bei so vielen künstlich produzierten Rockmusik-Bewegungen der 50er und 60er nicht wirklich um Hitplatten. Es ging um Kids, die eine Tanz namens The Stomp in abgewrackten Strandclubs einen Steinwurf vom Ozean entfernt aufführten. Es ging um wilde Männer wie Dick Dale, die ihr Plektrum zu Konfetti zerschredderten, wenn sie die Saiten ihrer Stratocaster zum Glühen brachten.

Instrumentale Surfmusik war, als Bewegung von unten mit eklektischem Repertoire und oft genug mit zügellosem Bühnenverhalten Vorläufer der Garagenbands, von Punk und Grunge. Und trotz der ausbleibenden Charterfolge verbreitete sich der Surfmusikvirus über die ganze Welt. Die nicht besonders enge Verbindung von Wellenreiten und Surfmusik löste sich auf, als überall auf der Welt junge Menschen zur Gitarre griffen, ob nun ein Ozean in der Nähe war oder nicht.
In der DDR etwa nahm das Franke Echo Quintet, benannt nach dem realsozialistischen Äquivalent zum Fender Reverb, seine Melodie für Barbara auf.

Wie entstand die Surf-Musik?
Ohne Vorläufer hätte nicht Ende 1961 auf einmal die Surfmusik explodieren können. Ironischerweise sind zwei der typischen Elemente der Surfmusik vor ihrer Entstehung gang und gäbe, nämlich zum einen die Tatsache, dass sie instrumental ist, und zum anderen das Echo auf der Leadgitarre. So unwahrscheinlich uns das heute erscheinen mag: Ein nicht unbeträchtlicher Teil der Rockmusik bis zu den den BEATLES war rein instrumental.

Die Ursprünge der Surfmusik lagen im rein instrumentalen Rock’n’Roll der 1950er Jahre. Zu den frühen Veröffentlichungen dieser Art zählten beispielsweise das Noveltystück Green Mosquito von den Tune Rockers, Link Wrays klassischer 12-Takt Blues Rumble, das Stück Rebel Rouser von Duane Eddy oder das mit lateinamerikanischen Rhythmen angehauchte Stück Tequila von den Champs aus dem Jahr 1958. Vor allem Duane Eddy spielte sehr erfolgreich ausschließlich instrumentalen Rock’n’Roll und etablierte den als Twang bezeichneten und viel kopierten Gitarrenklang mit Reverbund Tremoloeffekten. Er erreichte mit Rebel Rouser im Juli 1958 Platz 6 in den amerikanischen Charts und bis 1962 sollten 15 weitere Top 40 Hits folgen.

Dieser Trend breitete sich auch in Europa aus...

Fortsetzung in der nächsten Ausgabe!
[ao]

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