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Dr Dicks Surfmusic History Teil 2 |
Shanty Town - Dr. Dicks „Surfmusic“ History Teil 2
Dieser Trend breitete sich auch in Europa aus. Im Juli 1960 hatten die Shadows mit dem Stück Apache einen Hit in den britischen Charts. Im August 1962 schafften es die Tornados als erste britische Rock’n’Roll Band mit ihrem Welthit Telstar auf Platz 1 in Amerika.
Und wie kam der Sport zur Musik?
Ursprünglich bildeten die Surfer eine kleine Szene, die typische Begriffe und auch einen eigenen Modestil entwickelt hatte und zunehmend kommerzialisiert wurde. Sie bevorzugten Shirts von der Firma Pendleton Woolen Mills, weiße, ungekürzte Levi’s Jeans und trugen entweder von der Sonne oder chemisch gebleichte, kurze Haare. Im Laufe der 1950er Jahre entwickelte sich das Surfen von einer Randerscheinung zur beliebtesten Wassersportart in Amerika. Jedes Wochenende tummelten sich bis zu 30.000 Surfer an den Stränden Südkaliforniens. Durch die klimatischen und geografischen Bedingungen wurde Südkalifornien zum Mittelpunkt für Surfer die mehrheitlich aus der Region aber auch anderen Teilen der USA kamen. Dort waren Hits wie Bill Doggetts Honky Tonk (1956) und Arthur Smiths Guitar Boogie (1958) bis in die frühen 1960er Jahre auf Strandpartys beliebt. Letzteres Stück nahm die kalifornische Band „The Virtues“ im Jahr 1959 als Guitar Boogie Shuffle neu auf und erreichte damit Platz 5 in den Billboard Charts. Weitere wichtige Aufnahmen für die Entwicklung der Musikszene in Kalifornien waren instrumentale Stücke regionaler Bands wie Moon Dawg (1960) von den Gamblers, Mr. Moto (1961) von den Belairs und Stick Shift (1961) von den Duals. Von diesen Gruppen gelangten lediglich die „Duals“ mit Stick Shift (engl., Gangschaltung) bis auf Platz 25 in die US-Billboard-Carts. Das Stück
sprach vor allem die Hot-Rod-Szene an. Die Produzenten hatten Motorgeräusche zur Musik gemischt und am Ende die Sirene einer Polizeistreife eingefügt, was man als besonderen Clou betrachtete.
Zu den ersten Titeln mit direktem Bezug zum Surfen zählten „Surfer’s Stomp“ von den Marketts das 1961 zunächst auf dem Plattenlabel Union Records erschien und 1962 von Liberty Records neu aufgelegt wurde, sowie „Surfin‘“ von den Beach Boys, das im Dezember 1961 veröffentlicht wurde.
Woran erkennt man nun Surf Musik?
Wenn also heute die Termini „Surfmusik“ und „instrumentale Rockmusik“ fast synonym gebraucht werden, dann geht das gewaltig an der Sache vorbei. Wenn auf Surfkompilations Hawaii Five-0 von den VENTURES auftaucht, kann man nur den Kopf schütteln. Hawaii Five-0 ist sicherlich ein großartiges Stück, aber Surfmusik ist es auch nach den allerlaxesten Kriterien nicht; und die VENTURES sind, das nur nebenbei bemerkt, auch keine Surfband.
Derartige Irrtümer sind andererseits natürlich nicht zufällig. Surfmusik hat zwangsläufig einige Gemeinsamkeiten mit anderen Formen instrumentaler Rockmusik. Es gibt gewisse musikalische Elemente, die immer wieder auftauchen, weshalb es leicht zu Verwechslungen kommen kann. Praktisch alles, was später Surfmusik auszeichnen sollte, ist bereits in den Jahren davor in dieser oder jener Form entwickelt worden. [ao]
Fortsetzung in der nächsten Ausgabe!
Den ersten Teil der History gibt es hier zu lesen >>>LINK<<<
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