Samstag, 19. Mai 2012
Dr Dicks Western & Country History Teil 1
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Als Western Music oder Cowboy-Musik wird eine Musikrichtung bezeichnet, die, teils romantisch verklärend, die Eroberung des amerikanischen Westens und das Leben der Cowboys zum Inhalt hat. Ihre Anfänge gehen bis in die Zeit der großen Viehtriebe bzw. Trails in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück. Mit dem zunehmenden Interesse eines breiten Publikums für diese Epoche, besonders für die Figur des Cowboys, entwickelte sie sich Anfang des 20. Jahrhunderts zu einer massentauglichen Musikrichtung und erreichte ihren Höhepunkt während der dreißiger und vierziger Jahre in Gestalt von Hollywoods Singing Cowboys.

Aufgrund ihres prägenden Einflusses auf die Country-Musik wird die Western Music als eine ihrer Unterkategorien angesehen. Dies ist nicht zuletzt auf den in der Vergangenheit vom amerikanischen Billboard-Magazin verwendeten Begriff Country & Western zurückzuführen.

Im Gegensatz zur traditionellen Country-Musik, der Hillbilly-Musik, die in den Hügellandschaften Tennessees und Kentuckys ihren Ursprung hat, entstand die Western Music in den westlichen „Frontstaaten“ wie Texas, Oklahoma und Kalifornien. Die Cowboys, die bei der Eroberung des Wilden Westens im 19. Jahrhundert eine nicht unbedeutende Rolle spielten, übernahmen zunächst das aus den europäischen Heimatländern stammende Liedgut nur leicht verändert.

So lässt sich etwa der Song Streets of Laredo, auch bekannt als The Cowboy‘s Lament, das von einem sterbenden Cowboy erzählt, auf das englische Volkslied The Unfortunate Rake (ca. 1790) zurückführen, das von einem Soldaten handelt, der an Syphilis stirbt. Das Seemannsgedicht The Ocean-Buried (ca. 1839) wurde zu Bury Me Not on the Lone Prairie, indem man den Text “Bury me not in the deep, deep sea, where the dark blue waves will roll over me.” in “O bury me not on the lone prairie, where the wild coyote will howl over me, where the buffalo roams the prairie sea, O bury me not on the lone prairie” änderte. Auf Grund der riesigen Entfernungen zwischen den einzelnen Ranchen und Siedlungen fand ein musikalischer Austausch, der Voraussetzung für die Entwicklung einer Stilrichtung ist, nur sehr langsam statt. Von einem eigenständigen Genre konnte noch keine Rede sein.

Mit zunehmendem Maße entstanden aber auch neue Lieder, in denen die Cowboys ihren rauen Alltag und ihre Erlebnisse besangen, beispielsweise Long Side of the Santa Fe Trail. Eines der bekanntesten Lieder geht auf ein Gedicht aus dem Jahre 1873 zurück: Home on the Range, von Roy Rogers einmal als die „Nationalhymne der Cowboys“ bezeichnet, ist ein frühes Beispiel für die romantische Verklärung des Westens. Hauptsächlich lag das Schwergewicht jedoch auf Authentizität, d.h. es ging um die tägliche Arbeit, herausragende Personen (Sam Bass, Utah Carroll) oder Pferde (The Stawberry Roan). [ao]

Fortsetzung in der nächsten Ausgabe!

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