Samstag, 19. Mai 2012
Dr Dicks Western & Country History Teil 8
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Die Musik der amerikanischen Ureinwohner übte aufgrund ihrer Verschiedenartigkeit und der Verdrängung indianischer Kultur keinen Einfluss auf die Entwicklung der Western Music aus. Allerdings tauchen sie naturgemäß immer wieder den Liedern der Cowboys auf, so etwa in The gal I left behind me: If ever I get off the trail and the indians (teilweise auch: injuns) they don’t find me, I‘ll make my way straight back again to the gal I left behind me. In den Filmen Singenden Cowboys kommen sie allenfalls als Statisten bzw. Lokalkolorit vor, insb. Roy Rogers hat jedoch darauf geachtet, sie niemals in negativem Zusammenhang zu zeigen, da seine Urgroßmutter eine Choctaw-Indianerin war.

In neuerer Zeit hat der jüdische Sänger Scott Gerber in der Szene relative Berühmtheit erlangt, nicht zuletzt durch zwei Dokumentationsfilme. Äußerlich ein waschechter Cowboy, der auf einer Ranch in Kalifornien arbeitet, verbindet er bei seinen Auftritten selbstkomponierte Country- bzw. Western-Titel mit traditionellen jiddischen Volksliedern aus Osteuropa, die er von seiner Großmutter gelernt hat.
Eine große Rolle spielt in der Western Music seit jeher das Jodeln. Die meisten großen Hits des Genres enthalten Jodler oder existieren zumindest auch in Jodel-Versionen. Von der WMA wird dies durch die alljährliche Verleihung von Yodeling Awards in mehreren Kategorien berücksichtigt.

Zwar gibt es keine sicheren Hinweise dafür, dass die echten Cowboys tatsächlich gejodelt haben, jedenfalls nicht in dem Sinn, wie es heute verstanden wird. Es gibt jedoch Berichte von Zeitzeugen,
die in diese Richtung deuten. John Lomax zitiert einen Cowboy mit den Worten: „We always had so many squawks and yells and hollers … I thought I might have as well a kind of a song to it.“ Der texanische Historiker J. Frank Dobie erinnert sich folgendermaßen: „No human sound that I have ever heard approaches in eerieness or in soothing melody the indescribable whistle of the cowboy.“ Da dieses Zitat im Zusammenhang mit Gesang stehe, könne „whistle “nicht als einfaches Pfeifen verstanden werden. Einige Historiker nehmen daher an, dass die Cowboys beim Singen auch die Kopfstimme verwendet haben und zumindest Jodel-ähnliche Laute von sich gegeben haben.

Rodgers hat das Jodeln dann mit seinen Blue Yodels zunächst in der Hillbilly-Musik populär gemacht, später aber auch einige Cowboy-Nummern damit angereichert. Durch seine Erfolge wurde Ende der 1920er Jahre ein regelrechter Jodel-Hype ausgelöst. Einige Künstler, die später zu den großen Stars der Country Musik zählen sollten, haben ihre Karrieren als Rodgers-Imitatoren begonnen und dabei auch Cowboy-Titel aufgenommen, etwa Ernest Tubb oder Hank Snow, der zunächst als The Yodeling Ranger auftrat. Gene Autry hat seine Karriere ebenfalls als Rodgers-Imitator begonnen, 1928 trat er dann bei einem Radiosender in Tulsa erstmals als Oklahoma‘s Yodeling Cowboy auf.

Fortsetzung in der nächsten Ausgabe!
Die ersten Teile der History gibt es hier auf der Webseite in unserem Artikelarchiv.

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