Samstag, 19. Mai 2012
Herpes
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Herpes am 08.04. im Klub Drushba

Ob der Bandname „Herpes“ glücklich gewählt ist, ist ein Streitthema, welchem sich die Berliner Band wohl immer stellen muss. Aber eines muss man ihnen zu Gute halten. Der Name bleibt erstmal im Gedächtnis und hat damit seine primäre Aufgabe erfüllt. Nun wird sich aber keiner damit brüsten Herpes zu haben, aber stolz zu erklären, dass man „die neue Herpes“ hat, dass wiederum ist möglich und vor allen Dingen auch die „neue Herpes“ bekommen zu wollen. Grund hierfür ist natürlich jene Berliner Band, welche mit ihrer Hitsingle „Fette Muttis“ und dem Debütalbum „Das kommt vom Küssen“ für Furore sorgte. Selbst ins traditionell eher deutschenskeptische Großbritannien wurden Herpes eingeladen und Fehlfarben ließen sie im vergangenen Jahr für ihre Tour eröffnen. Im Oktober letzten Jahres war die Band auch zu einem genialen Gig in Halle. Nun ist eine Weile vergangen und jetzt legen Herpes nach: „Symptome und Beschwerden“ heißt ihr zweites Album, welches im Mai diesen Jahres erscheint. Ihr Sound, der irgendwo  zwischen knochentrockenem Artschool Punk und den mittleren Goldenen Zitronen herumwabert, wurde hier und dort mit deutlichen Krautrock-Einflüssen verfeinert. Natürlich nicht der Hippie-Blues-Rock-Krautrock, sondern eher der Neu-Krautrock. Dargeboten mit einer Vehemenz und Selbstverständlichkeit, als hätten Herpes von der genannten Band noch nie einen Ton gehört. Ihr neues Album ist ein schroffes und gleichzeitig elegantes Stückchen Musik. Hysterie und Lakonie geben sich die Hand. „Ich hasse diese Stadt, die mich zum Mann gemacht“ singt Herpes- Frontmann Florian und huldigt auf seine Art noch mal der Stadt, die Herpes mit dem Hit „Very Berlin“ erst so richtig bekannt gemacht hat. Solange Frustration bei jungen Leuten zu solchen Alben führt, wünscht man sich selbige ja geradezu herbei. Ein böser und ein egoistischer Gedanke, aber wer an diesem Abend im Klub Druscba mitrockt, weiß was gemeint ist. [mg]

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