Samstag, 19. Mai 2012
Interview Jans entspannt
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Im November stand Jan oder auch „Jansen“ mit Gitarre bei „rough and ready“ auf der Bühne, sang vom Leben von Freundschaft und Abschied. Inzwischen hat er zwei Mitstreiter die ihn an Schlagzeug und Bass unterstützen kurz und bündig „Jans entspannt“.

Wie ist das Projekt „Jans entspannt“ eigentlich entstanden und wie kam es zum Namen?
Jansen: Ich hab halt angefangen alleine Musik zu machen als „Jansen“ und hab die meisten songs   von meinem Repertoire  in Spanien und Argentinien geschrieben wo ich auch über 2 Jahre gelebt habe ... während 2er Auslandssemester... und hatte jetzt Lust die Präsenz der Musik zu vergrößern indem halt noch ein Bass und ein Schlagzeug dazugekommen sind. Hannes (Bass) kenn ich über den Freundeskreis und wir haben uns dann im PapaDula beim Mikadospielen über die Idee einer gemeinsamen Band unterhalten.

Hannes: ...und der Name ist entstanden weil Hagen (Schlagzeug) auch ein totaler Wortfrickler ist ... und der ist halt mit dem Namen um die Ecke gekommen. Wir fanden den alle ganz super, weil wir kurz gegrinst haben als wir ihn das erste Mal gehört haben. Außerdem ist es dann gleich noch unser Motto geworden. ... wenn bei der Probe die Frage kommt „eh wie wolln wir den song denn jetzt spielen?“ ist die Antwort ... jans ...

Interview_IMG_0210.jpgWas ist für euch der Anreiz zusammen Musik zu machen?
Jansen: Der Anreiz ist vor allen Dingen Spaß zu haben. (lacht) Wenn es keinen Spaß macht, braucht man auch keine Mucke zusammen zu machen. Die Lieder waren ja alle schon da... wir bauen die auch gerade noch um, oder sie verändern sich eben auch durch das Bandgefüge und das macht halt Spaß und so will ich eben auch Musik machen. Wobei wir natürlich keine „Spaßband“ sind. Das kommt alles schon noch aus ernsthaften Gedanken, sowohl textlich als auch musikalisch, aber die Spielfreude ist für uns das Entscheidende.

Kommen wir mal zu den songs, was ist denn ihr Hintergrund  oder was treibt Jansen so um?
Jansen: Ich hab vor meiner Zeit in Spanien auch schon viele Gedichte und Texte geschrieben allerdings war die musikalische Umsetzung relativ schwierig. In Spanien hab ich dann irgendwie meine ganz eigene musikalische Richtung gefunden also meinen eigenen Stil...

Hannes:  ...und es prägt halt auch die songs wenn man so reinhört findet man auch die Erfahrungen  aus den Auslandsaufenthalten. Es hat halt viel mit Prozessen wie Abschied, Ankunft und Wiedersehen zu tun.

Jansen: Na ja man geht halt aus seinem gewohnten Leben raus und kommt in einen anderen Lebenskontext und da lernt man viele Dinge plötzlich von außen neu zu betrachten. Man reflektiert einfach die eigenen Lebensumstände mehr. Da ist mir auch bewusst geworden, dass Musik für mich höchste Priorität hat. Als ich dann zurück kam wollte ich nichts mehr als spielen und hab das dann auch gemacht mit verschiedenen Projekten und Musikern ...

Hannes: und da ist dann auch die Idee entstanden das Ganze eben noch ein bisschen grooviger und tanzbarer zu machen ... was halt mit Gitarre solo schon ein bisschen schwieriger ist ...

Jetzt aber noch mal zurück zu den Texten welchen Hintergrund haben sie?
Jansen: Also ein grundsätzliches Thema ist schon die Alltagsmonotonie der Alltagsrhythmus, dass man in so einer Maschinerie gefangen wird wo alles automatisch läuft, und dann stellt sich die Frage habe ich mich eher leben lassen oder habe ich gelebt ... also worauf kommt es eigentlich an!  Für mich sind die Momente wichtig in denen man hinterfragt; man feststellt, dass das Leben ein Geschenk ist. Wie im „Regengedicht“ zum Beispiel da beschreibe ich wie in einem plötzlichen Sturzregen die Leute alle einen Unterschlupf suchen und innehalten und für 5 Minuten nicht schon 15 Schritte weiter sind bei der Arbeit oder beim Fleischer ... da löst sich Gewohnheit eben kurzzeitig auf.  Es geht aber auch um Freundschaft, Abschied und das Teilen von Momenten mit anderen. Ich bin halt auch ganz viel allein gereist ... bin dann aber auch an den Punkt gekommen, dass das Alleinsein zwar wichtig ist aber ein schöner Moment ist noch viel schöner wenn man ihn mit jemandem teilt. Meine Mutter sagt dazu „geteilte Freude ist doppelte Freude und geteiltes Leid ist halbes Leid“

Hannes: Ich find aber auch das zwischenmenschliche  Geschichten eine große Rolle spielen ... wie gehe ich mit Leuten um im Alltag und wie erlebt man Menschen: positiv als auch negativ. Und natürlich eben auch die Suche im Alltag wie nutze ich mein Leben und wie schnell vergeht es usw.

Jansen: Und worauf kommt es an! In einem song geht es um jemanden der Bilanz zieht aus seinem Leben und zu dem Schluss kommt: es ist eigentlich gar nicht wichtig wie mein Kontostand aussieht, sondern wie gut habe ich gelebt, und das ist ja auch viel wichtiger ... was ist eigentlich passiert in meinem Leben. Damit nehme ich eigentlich meinen Rückblick vorweg ...
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Das heißt es ist eigentlich dein Blick in die Zukunft?
Jansen: Ja genau. Meine Zukunft ist ja eigentlich ein unbeschriebenes Blatt und ich kann bestimmen was darauf steht und was nicht. Am Ende möchte ich sagen können „cool!“ ich habe gelebt.

Gibt es euch denn eigentlich schon irgendwo zu hören?
Jansen: Na die Band noch nicht aber die songs die ich allein schon mal eingespielt habe gibt’s auf Myspace unter jansenmusik.

Hannes: demnächst wird’s ja dann auch was mit myspace und halt der band geben dann jansentspannt aber da sagen wir dann noch mal Bescheid. Im März gibt es ja dann auch ein „rough and ready“ Radiokonzert von uns und dann ... (lacht) gibt’s auch songs im Netz.

Was sind denn eure musikalischen Vorbilder?
Hannes: Ich höre viel Unterschiedliches und versuche mir dann so meins rauszuziehen.  Na ja also sowohl „Clapton“ als auch mal „Jimi Hendrix“ oder „Just Jack“ ... die haben letztens auch ein sehr fettes Album gemacht... Haupteinfluss musikalisch ist im Moment natürlich Jansen! (lacht)

Jansen: So richtig festlegen wollte ich mich da noch nie. Es gibt bands die mich lange begleiten momentan ist es „Dispatch“, was auch die Lieder mit der Band so ein bisschen prägt. Oder das „Cinematic Orchestra“ die haben in den 90ern einen russischen Stummfilm neu vertont. Das ist eine minimalistische Jazzband und da merkt man auch, dass da Herzblut mit drinsteckt. Solche Musik zu finden ist halt schwierig aber lohnenswert. Aber auch so die songwriterriege höre ich ab und an wie etwa Jack Johnson.

Hat die Band eigentlich Einspruchsrecht bei den Liedern oder gibt das  alles Jan vor?
Hannes: njaaaaa also bei seinen Texten ist er eigen. Musikalisch ist es natürlich eine Zusammenarbeit. Wenn mir oder Hagen was nicht gefällt dann sagen wir das auch ... Jan geht dann nach Hause und überlegt sich was. Wie wir die Grooves gestalten ist aber für uns völlig frei. Wir sind ja auch nicht die „vom Blatt Spieler“ (schmunzelt)

Interview_IMG_4353-1.jpgJansen: Das ist ja auch nicht befriedigend. Mir macht Musik dann Spaß wenn ich Spaß beim Machen habe. Das klingt jetzt bescheuert aber wenn ich den Beiden sage spiel das oder das, dann würden sie es auch machen, am wichtigsten ist mir aber, dass die einzelnen Bandmitglieder den song als ihren ansehen. Schließlich haben sie sich ja auch eingebracht haben das Lied „gebaut“ und dann macht die Musik gemeinsam eben auch Spaß.

Hannes: Klar sind das seine songs und Texte aber das was man hört wenn „Jans entspannt“ spielen ist eine Zusammenarbeit von drei Menschen. Und das hört man auch und das kommt auch rüber. Wir ergänzen uns alle eben sehr gut.

Jansen: Indikator dafür sind natürlich die Proben wo ich seit zwei Monaten nach Hause gehe und denke bohh das war geil. Am Ende war halt immer „das hat echt Spaß gemacht“. Man kommt dann auch zu dem Punkt, dass alle mit dem song, so wie er dann ist, was anfangen können.  

Sind demnächst Auftritte von euch geplant?
Hannes: Wir gucken mal in der helleschen Szene ob sich da im Februar noch was machen lässt ... Brohmers, Papa Dula so open stage Geschichten, wo man sich dann mal einreihen kann. Wir werden das sehen ob sich da was ergibt.

Jansen: Wir hatten ja jetzt gerade Winterpause! Jetzt haben wir bei der Probe mal gehört was noch da ist ... wir spielen ja erst seit knapp 4 Monaten zusammen. Und es hat sich echt gut angefühlt. Na ja und jetzt suchen wir nach Möglichkeiten ...

Hannes: Ja  motiviert 2011!

Apropo wie sehen eure Karrierepläne so aus?
Hannes: Unser Anspruch ist es so gut Musik zu machen wie wir können. Mit der band die Platte vom Jansen noch mal aufzunehmen und natürlich spielen. Mit der Musik eben fröhlich durch die Gegend ziehen. Big business interessiert mich zumindest erstmal nicht. Wenn der Vertrag dann mal aufm Tisch liegt dann nehmen wir ihn natürlich aber bis dahin eben Jans entspannt!

Jansen: Ich will halt Musik machen. Wenn der Rahmen größer wird dann bin ich natürlich dabei ... unsere Musik ist halt nicht so massenkompatibel ... Wenn sich die Möglichkeit ... dann ...

„Jans entspannt“ eben. Texte die schon längst mal gehört werden sollten mit der entsprechenden Musik die vertanzt werden sollte oder aber nur still genossen. Gelegenheit gibt es dazu am 19.März beim rough and ready  Radiokonzert live im plan3 oder auf Radio Corax 95,9 FM.

MySpace: jansentspannt
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