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Interview
Selten ist sie geworden; Musik die einfach sich selbst genügt, einen Raum erfüllt und den Zuhörer nicht mehr loslässt. Genau das ist es was K.C. McKanzies Musik auszeichnet. Eine Stimme die sich in den Raum trägt, sich ausbreitet, und als eine flüchtige Erinnerung stehen bleibt. Sie singt vom Leben vom Verlangen, der Lust, der Verzweiflung und natürlich der Liebe. Begleitet von ihrem Kontrabassisten Budi und ihrer Gitarre / Banjo schafft sie es dem amerikanischen Folk eine gänzlich neue Seite abzugewinnen. Im September ist ihr aktuelles, mittlerweile 4. Album „Dryland“ erschienen. Definitiv ein ausgezeichneter Grund für das folgende Interview:
Seit wann machst du schon Musik oder anders gefragt wann hat Musik angefangen dein Leben zu bestimmen?
Ich weiß gar nicht so genau… die Musik hat das recht schlau angestellt. Du denkst Du hast sie unter Kontrolle, dabei bestimmt sie DICH!
Vor 6 Jahren nahm es dann überhand und Budi half mir den Kampf aufzunehmen.
Wie ist der Name zustande gekommen; verbirgt sich hinter K.C. McKanzie eine düstere Geschichte schottischer Vorfahren?
Nein, das ist ein Künstlername, so wie Engelbert Humpertinck oder Dean Martin.
Wie habt ihr euch kennen gelernt und beschlossen als Duo Musik zu machen oder war Budi von Anfang an dein kongeniales Bass Gegenstück?
Budi ist in meine Wohnung eingebrochen um einer Freundin den vergessenen Autoschlüssel zu geben. Wir wohnten in derselben Strasse. Wir haben SOFORT beschlossen: Lass uns ’ne Band gründen! Kannst Du Bass? Nein, okay… kannst Du‘s lernen? Gut! Dafür schreib ich die Songs… oder so ähnlich… Budi hat mich ermutigt weiter an meinen Minisongs zu arbeiten und wir hatten immer viel Spaß am gemeinsamen Musikmachen und - hören. Wir haben keine konkrete Entscheidung getroffen, wir haben uns eher einfach gehen lassen und das ist dann dabei rausgekommen.
Wie kommst du auf deine Texte?
Das sind Glückskeksflüche, sozusagen. Ich sammle wirre Gedankensplitter und forme Melodien darum. Ich übertreibe maßlos und beschwere mich über mein hartes, westeuropäisches, von christlichem und romantischem Ideal beeinflusstes Leben. Ich mache alten Liebhabern den Hof. Ich beschwöre meine ungeborenen Kinder und begleite meine Lieben auf‘s Schlachtfeld. Ich mache Heiratsanträge und stehle reiche Jungen aus ihrem warmen Nest. Ach ja und ich beschwere mich darüber dass das Leben nicht fair ist. Aber meistens geht es um Liebe, worüber soll man auch sonst singen…
Warum sind die Themen die du in deinen Texten behandelst eher melancholisch bis düster?
Ich finde die gar nicht SO düster. Ich laufe mit einer Kerze durch einen Tunnel und dass ist doch gar nicht so hoffnungslos. Ohne die Kerze wäre es etwas traurig.
Wer schreibt die Musik?
Ich.
War es eine konkrete Entscheidung Folkmusik zu machen oder gab es da vorher schon eine gewisse Neigung?
Ich habe vorher bestimmt schon die eine oder andere Platte aus dieser Richtung gehört…
Welche musikalischen Vorbilder hast du / habt ihr?
Alles was irgendwie rockt, Spaß macht. Aber kopieren kann ich nicht so gut, dazu fehlt mir das musikalische Know How. Es ist ein Puzzle aus verschiedenen Einflüssen. Ich mag rohe Musik, Rhythmen und Riffs die einen wachrütteln oder einlullen durch ständige, unermüdliche Wiederholung. Ich mag Klagegesänge, unerhörte Blues Songs über Jungs die es im Bett nicht bringen aber mit Diamanten um sich schmeißen. Ich mag absurde Texte, denn Gefühle sind absurd, sie ergeben fast nie einen Sinn. Die endgültige Sturheit von Country- und Bluegrass Songs ist fast nötigend hart. Ich mag simple Songs.
Das Dein 4. Album ist gerade im letzten Jahr erschienen. Es ist in der Instrumentierung deutlich rhythmischer geworden; was ist der Grund?
Es bot sich einfach an bei dem vorhandenen Songmaterial mit mehr Schlagzeug und Rhythmen zu arbeiten. Budi ist ja vielseitig talentiert und bietet Bass UND Schlagzeug für die Songs an. Solange wir finden dass die Songs nicht unnötig aufgeplustert oder peinlich klingen, also ein neues Instrument eine weitere Ebene eröffnet, darf es mit drauf. Wenn es einfach nur mitspielt hat es keine Chance.
Gibt es bei eurer neuen Tour eine Band oder bleibt es beim Duo und wenn ja wie kompensiert ihr das Fehlen des Schlagzeugs zum Beispiel?
Wir treten sowohl als Duo als auch als Trio auf. Beides funktioniert und hat seine eigene Dynamik. Ich weigere mich Songs zu spielen, die so stark von der Basis eines Schlagzeuges abhängen, dass sie ohne es nicht bestehen. Deshalb können wir in beiden Besetzungen das gleiche Material spielen.
Wie groß dürften eigentlich die Locations werden in denen ihr spielt, ohne die gewisse Intimität eurer Konzerte aufzugeben?
Das weiß ich nicht - so große Hallen haben wir nicht gespielt dass ich die erste Reihe nicht mehr sehen konnte.
Wird uns 2010 eine neue Platte erwarten?
Mein Gefühl sagt nein. Ich bin grad mit „einfach da sein“ beschäftigt, da lässt sich schwer absehen wann ich wieder ins Studio gehe. Geplant ist erstmal nichts Konkretes.
Was sind eigentlich deine Lieblingslieder auf den deinen 4 Alben und warum?
MachineGunFire - weil es roh und direkt ist
Man Of Gentle Birth - Weil Charlotte Jacke am Cello den ganzen Song trägt
Mirror, Spoons & Bottles - weil es so flockig ist
Lonely Fighter – weil es sich selbst durch den Schnee schleppt
Vielen Dank für das Interview.
Und für alle diejenigen die sich selbst davon überzeugen wollen, ob sich Lieder durch den Schnee schleppen können, einfach flockig sind oder du insgeheim schon immer ein Fan von K.C. McKanzie bist und es bis dato nicht wusstest:
Am 11.02.2010 ist sie im Objekt 5 zu sehen und zu hören. [cs]
Webseite: www.kcmckanzie.com
MySpace: kcmckanzie
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