Donnerstag, 29. Juli 2010
Interview Peter Piek

Peter Piek ist Maler, Schlagzeuger, Gitarrist, Songwriter und noch so einiges mehr. Seine unverwechselbare Stimme und seine Arrangements machen seine Musik einzigartig. Als dann Vorhang auf für Peter Piek!

Interview-PeterPiek_01.jpgSeit wann machst du schon Musik?
Musik mache ich schon sehr lange. Angefangen hat alles mit einer Klavierausbildung, da ich aber nur ein Keyboard hatte, kam ich auch sehr schnell an die Grenzen elektronischer Klangerzeugung. Ein Keyboard ist eben kein „lebendiges“ Instrument. Es ist festgelegt auf ein bestimmtes Spektrum an Tönen das es auch ausfüllt, aber das hat mir dann irgendwann nicht mehr gereicht. Deswegen habe ich das Keyboard auch schnell hinter mir gelassen und mich Schlagzeug und Gitarre/Bass gewidmet, weil es da fast keine Grenzen mehr gibt, weder in der Tonhöhe noch in der Klangfarbe, man ist völlig frei.

Gibt es Peter Piek nur als Solokünstler oder gibt es auch eine Band?
Natürlich gibt es auch eine Band und zwar „The Colours“, zusammen also „Peter Piek and the Colours“. Die Besetzung ändert sich hier und da, aber momentan besteht die Band aus Christian Schönholzer einem genialen Schlagzeuger aus Bern und Lucka, einem Bassisten aus Münster. Wir sehen uns nur bei Touren wie jetzt demnächst im Oktober und November. Da die beiden Profimusiker sind, müssen wir eigentlich nicht proben, das würde aufgrund der recht großen Entfernungen nach Leipzig ohnehin keinen Sinn machen.

Was ist der Vorteil mit Profimusikern zu arbeiten?
Na ja mit Profimusikern muss man gar nicht proben, was bei, ich sage mal semiprofessionellen Musikern eher öfter sein muss, gerade wenn man eine Tour plant. Wenn sich dann alle nur bei der Tour treffen ergibt sich aber auch musikalisch ein ganz anderes Bild, weil sich jeder in die Songs noch mal anders einbringt. Jeder Musiker klingt an seinem Instrument ja auch unterschiedlich, was den Songs live dann einen ganz anderen Charakter verleiht.

Kommen wir mal auf deine Tonträger zu sprechen, wie viele gibt es denn bis jetzt?
Ich habe schon mehrere CDs aufgenommen, aber es gibt bis jetzt nur eine richtig offiziell veröffentlichte Platte und zwar „Say Hello To Peter Piek“, die bei Beathotel erschienen ist. Alle anderen vorher habe ich selbst produziert, aber die sind jetzt sozusagen ausverkauft, weil sie mir vor allem selbst nicht mehr gefallen haben. Das heißt aber nicht, dass die alten Songs, die gut waren, jetzt in einer Schublade verschwunden sind. Sie werden dann bei neuen Aufnahmen nochmal neu eingespielt. So wie bei der Platte die ich gerade aufgenommen habe, da sind auch mehrere ältere Songs mit dabei.

Zur neuen Platte; Was wird uns erwarten?
Insgesamt sind es 18 Titel, zum Teil auch ältere Songs. Wir sind auch gerade erst mit den Aufnahmen fertig und müssen jetzt noch Gesang aufnehmen. Im Gegensatz zu den anderen Alben habe ich aber diesmal nicht alle Instrumente eingespielt, sondern nur Gitarre und Bass. Das Schlagzeug hat mein Christian übernommen. Außerdem habe ich diesmal auch auf sehr viele Gitarrenspuren verzichtet, das hat die Musik klarer gemacht. Weniger ist eben doch auch mehr....
Interview-PeterPiek_02.jpg
Wann wird sie erscheinen?
Ich hoffe natürlich am Ende diesen Jahres, so dass wir sie auch gleich mit auf die Tour nehmen können, aber nach dem Gesang und den Streichern muss noch gemixt und gemastert werden und die ganze Labelthematik geklärt werden. Ein Name für das Album ist auch so ein Punkt. Es gibt verschiedenste Überlegungen aber noch nichts Festes. So richtig zuversichtlich bin ich deshalb nicht dass es dieses Jahr noch klappt, aber vielleicht gibt es ja eine Anpressung, die wir mit auf Tour nehmen können.

Wie schreibt Peter Piek eigentlich seine Songs?
Also ich muss keine halbe Flasche Wodka trinken, um einen Song schreiben zu können, das ist alles eher prozesshaft. Es gibt die spontan Geschriebenen aber auch Songs an denen ich jahrelang arbeite zum Beispiel an „People We Arent Free Enough“ habe ich insgesamt 6 Jahre geschrieben (das Video ist auf der Website zu sehen Anm. d. Red.). Bei den Texten ist es ähnlich. Manche sind ganz schnell da, bei anderen muss man etwas länger basteln. Letzten Endes sind es immer die Erkenntnisse und Einsichten des Peter Piek in Ausschnitten.

Du hast vor kurzem den Titelsong für einen Animationsfilm geschrieben, für „Laufende Geschäfte“ von Falk Schuster, wie war das für dich?
Das Gitarrenriff habe ich recht schnell gefunden, dann kam der Refrain eigentlich sehr schnell dazu. Ich hatte auch noch ein Klavierstück bei dem ich mich immer gefragt habe was man eigentlich damit machen könnte und das passte unglaublich gut zur Gitarre. Der Text ist letztlich dadurch entstanden, dass ich Falk ausgefragt habe worum es im Film geht und was ihn persönlich daran bewegt, also was er mit dem Film ausdrücken will, der Rest war nur noch runterschreiben.

Den Titelsong „Tree“ für den Film „Laufende Geschäfte“ gibt es als unplugged Version auf MySpace zu hören. (Anm. d. Red.)

Noch eine abschließende Frage: Du hast ja eine sehr unverwechselbare Stimme; hilft dir das?
Helfen kann man nicht sagen. Meine Stimme polarisiert sehr stark. Es gibt Menschen die sie genau so mögen wie sie ist und andere die sie gelinde gesagt nicht leiden können. Bei grossen kommerziellen Musikverlagen, wo ich immer mal im Gespräch, war hat mir meine Stimme deswegen eher geschadet, weil dort Gremien entscheiden und wenn sich nur 2 von 5 für so eine Stimme wie meine einsetzen, dann kommt man da eben auch nicht weiter. Ich habe und werde deshalb bei dem neuen Album sehr intensiv an der Stimme arbeiteten. Sie bleibt aber trotzdem unverwechselbar, eben Peter Piek... [cs]

Nächste Gigs in unserer Region:
03.10.2009 | Moritzbastei | Leipzig
06.11.2009 | Klub Drushba | Halle
28.11.2009 | Horns Erben | Leipzig
04.12.2009 | Klub Drushba | Halle

Webseite: www.peterpiek.com
MySpace: ppiek

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