Samstag, 19. Mai 2012
Interview Suffering Souls
Foto: Suffering Souls 
Suffering Souls gehören zweifelos zu den besten Death Metal Bands, die der deutsche Underground momentan zu bieten hat. Mit ihrer dritten CD „Thou Shall Suffer“ stehen sie kurz vor dem großen Durchbruch. Grund genug um  Sänger und Songwriter Karlo ein paar Fragen zu stellen.

Eure dritte CD ist ja nun endlich draußen, wie fühlt Ihr Euch? Seid Ihr zufrieden damit?
Natürlich sind wir erst einmal froh, dass die Scheibe endlich veröffentlicht ist. Es hat ja wieder sehr lange gedauert, was vor allem auch daran lag, dass das Songwriting zu Beginn der Aufnahmen noch nicht vollständig abgeschlossen war, so haben beispielsweise nahezu die gesamten Texte gefehlt und ein Song wurde noch erheblich verändert. Außerdem mussten wir uns auf unseren neuen Schlagzeuger Patrick einstellen, der erst kurz vor den Aufnahmen zu uns gestoßen ist und uns Dank seiner enormen technischen Fähigkeiten völlig neue Möglichkeiten eröffnet hat. Alles in allem hat sich die lange Arbeit für uns auf jeden Fall gelohnt. Ich glaube zwar, dass man nie wirklich 100 %ig zufrieden ist und so ist es auch wieder mit dieser Platte, aber wir sind schon sehr stolz auf das Endergebnis. Am Sound kann man sicher noch einiges verbessern, allerdings war das auch unsere erste vollkommen in Eigenregie aufgenommene CD und beim nächsten Mal ist man um einiges an Erfahrung reicher und hoffentlich auch mit besserer Technik ausgestattet.

Wer ist bei Euch für das Songwriting verantwortlich?
Für die letzten Platten habe hauptsächlich ich die Lieder allein geschrieben. Die Feinheiten haben wir allerdings dann im Proberaum zusammen ausgearbeitet und auch einiges verworfen, wenn es beim Proben nicht funktioniert hat. Da unser neuer Schlagzeuger Patrick auch ein sehr guter Gitarrist und Songwriter ist, werden wir uns diese Aufgabe aber in Zukunft aufteilen und die Songs gemeinsam schreiben.

Das Cover erinnert mich irgendwie an My Dying Bride, wer hat es gemalt und was stellt es dar?

Das Original Bild für das Front-Cover ist von einer erstklassigen Tätowiererin aus unserer Stadt (www.paintline.de), der wir sehr dankbar sind, dass sie die ganze Arbeit auf sich genommen hat. Bearbeitet wurde es dann von unserem Designer Hannes, der ebenfalls einen exzellenten Job gemacht hat.
Von der Idee her sollte es ein typisches Death-Metal Cover im Stile von Immolation, Obituary oder Kataklysm werden, also eine düstere Stimmung vermitteln, die auch zum Titel des Albums passen sollte. Ich bin ein großer Fan von Andreas Marshall, der unter anderem auch für einige dieser Bands gearbeitet hat. Er hat wirklich großartige Cover entworfen, die sehr gut zu dem passen, was ich mit Death Metal verbinde und in diesem Sinne sollte auch unser Cover werden. Ich persönlich finde, dass die Umsetzung wirklich gut gelungen ist, vor allem wenn man bedenkt, dass wir nur über geringe finanzielle Mittel verfügen. 

Wie siehst Du den momentanen Underground im extremen Metal?
In letzter Zeit scheint es eher so zu sein, dass die älteren Underground Death-Metal oder auch Grindcore Bands immer mehr von der Bildfläche verschwinden. Dafür gibt sehr viele junge und talentierte Bands, die jedoch eher in die Deathcore oder Metalcore Richtung gehen. Insgesamt kann man wohl sagen, dass es sehr viel Nachwuchs im extremen Metal/Core-bereich  gibt. Als „reine“ Metal Band hat man zur Zeit allerdings eher Probleme einen Club zu füllen. Die Deathcore oder Metalcore Bands haben es da erheblich einfacher. Leider gibt es  häufig noch einige Toleranzprobleme, die hoffentlich irgendwann der Vergangenheit angehören werden.

Foto: Suffering SoulsWelche Einflüsse oder Vorbilder habt Ihr?
Zu unseren ursprünglichen Einflüssen zählen in jedem Fall die alten schwedischen Bands wie  Hypocrisy, Edge of Sanity oder auch Dismember, aber auch Bands wie Kataklysm oder die großartigen Illdisposed haben unser Songwriting inspiriert. Allerdings geht auch an uns die Entwicklung im härteren Sektor nicht völlig vorbei, so dass in letzter Zeit einige Elemente die man wohl gemeinhin dem Death- oder Metalcore zuordnen würde, Eingang in unsere Musik gefunden haben. Dazu muss man allerdings sagen, dass ich schon vor vielen Jahren Bands wie Dying Fetus oder Pyrexia sehr interessant fand, die teilweise heute wohl als Deathcore verkauft werden würden, und ich solche Einflüsse auch bei uns unterbringen wollte, was allerdings damals einfach nicht funktioniert hat.
Obwohl unsere Musik sehr vom Death Metal beeinflusst ist, sind meine persönlichen Vorbilder dagegen nicht unbedingt als reine Metalbands zu kategorisieren. So würde ich als meine Vorbilder The Dillinger Escape Plan, Burst oder Cephalic Carnage bezeichnen und zwar deshalb, weil sie in meinen Augen stetig vorwärts gegangen sind und mit jedem Album etwas Einzigartiges und Innovatives geschaffen haben.

Was sind Eure lyrischen Einflüsse?
Ehrlich gesagt ist keiner von uns ein großer Texteschreiber. Deswegen haben wir uns für dieses Album Unterstützung von Kallenheim von den einzigartigen Wandar geholt, der  etwa die Hälfte der Texte für die Platte geschrieben hat. Was seine Texte anbelangt, ist er wohl der bessere Ansprechpartner. Bei den Texten, die wir selbst verfasst bzw. verzapft haben, geht es eigentlich um die typischen Themen: Mord und Totschlag. Allerdings drehen sich nicht alle nur darum.
Die Lyrics zu „The Philosopher´s Bequest“ bestehen beispielsweise nur aus Songtiteln, Textzeilen oder Bandnamen und soll eine Art Hommage an die Bands sein, auf die wir zu unseren Anfangszeiten aufgeblickt haben.

Wer soll den leiden bei „Thou Shall Suffer“?
Definitiv: Wandar! (Anm.: atmosphärische Black Metal Band aus Halle)

Wie steht Ihr zur Religion?
Religion spielt bei uns eher eine untergeordnete Rolle. Bei uns steht die Musik im Vordergrund und nicht so sehr das Textliche und das Drumherum. Es gibt einige Bands, die ihre Musik auf einzigartige Weise mit Religion verknüpft haben, wie etwa Deicide oder viele Black Metal Bands, aber dazu zählen wir definitiv nicht und werden es wohl auch nie. Soweit ich weiß, ist allerdings keiner von uns der christlichen Religion besonders zugetan, falls die Frage darauf abzielte.

Ihr zählt zurzeit zu den besten bzw. technisch versiertesten Bands in Ostdeutschalnd, wie steht ihr dazu?
Ob das so stimmt, sollte wohl jeder besser für sich selbst entscheiden. Es gibt sicher technischere Bands in Ostdeutschland. Wir versuchen aber unser Bestes zu geben, sei es beim Songwriting oder bei unseren Live Shows,  und uns stetig weiterzuentwickeln. Allerdings ist es schon so, dass wir live oft sehr gute Reaktionen vom Publikum erhalten. Ansonsten hätten wir wohl auch irgendwann das Handtuch geworfen und die Gitarren an den Ständer gehängt.
 
Zukunftspläne?
In nächster Zeit wollen wir erst einmal unser neues Album supporten und viel Live spielen. Wir arbeiten aber auch schon am nächsten Album und haben bereits einige sehr gute Ideen zusammen. Wir sind natürlich auch weiterhin auf der Suche nach einem Label bzw. jemandem, der uns bei dem Vertrieb unseres Albums und bei der Vermittlung von Gigs helfen kann.

Party San Festival 2009 oder 2010?
Dieses Jahr werden wir definitiv nicht beim Party-San spielen, da das Line up schon komplett ist. Wir werden uns aber für das nächste Jahr bewerben und ich hoffe, dass es dort noch einmal klappt. Die Organisation ist wirklich hervorragend und der Auftritt dort war einer der absoluten Höhepunkte unserer Bandgeschichte.

Vielen Danke für die Fragen, noch ein paar abschließende Worte?
Other Bands play, Manowar kill!

Die neue CD „Thou Shall Suffer“  könnt Ihr z.B. in der MUSIK-BOX oder bei der Band direkt erwerben unter: www.sufferingsouls-kyf.de bzw. www. myspace.de/sufferingsoulsofficial. [kf]

Weblinks:
www.sufferingsouls-kyf.de
www.myspace.de/sufferingsoulsofficial

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