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Empfehlung
Bela Tarr „The Man from London“
20.11.09 - 25.11.09 jeweils 20:00 Uhr

Maloin [maleun] ist Signalwärter für die in den Hafen seiner Stadt einlaufenden Schiffe. Sein Leben ist bestimmt von der ewigen Monotonie seiner Arbeit. Seine sozialen Kontakte beschränken sich auf Frau und Tochter mit denen er nur bei diversen Streits in Interaktion tritt. Das Leben hat für ihn anscheinend keine Überraschungen mehr zu bieten. Eines Abends jedoch beobachtet er einen Streit zwischen zwei geheimnisvollen Gestalten in dessen Verlauf einer der beiden mit seinem Koffer ins Wasser fällt. Als der zu Hilfe eilende Maloin an der Unglücksstelle ankommt ist der Mann bereits ertrunken. Lediglich den Koffer kann er bergen, der zu seinem großen Erstaunen randvoll mit Geld gefüllt ist. Er nimmt den Koffer an sich. Doch obwohl sein Leben nun ein besseres werden könnte stellt sich für ihn die Frage nach Verbrechen und Schuld, nach Unschuld und Mittäterschaft, die Frage nach dem Sinn der eigenen Existenz.
Die Vorlage des Films ist ein Krimi des Altmeisters Georges Simenon. Ein Genre also dessen erzählerische Konventionen, eher mit Tempo, Spannung und einer Fülle dramatischer Wendepunkte assoziiert werden. Tarr verlagert die Spannung hier aber nahezu ausschließlich in die Vorstellungsund Einbildungskraft seines Protagonisten, indem die Kamera, ständig seine Blickposition einnimmt. Dieser Blick erfasst in der ersten Einstellung den Ort des Geschehens – einen alten Hafen und insbesondere einen Passagierdampfer, dessen Außenwand sie minutenlang hoch kriecht, um schließlich die gerade von Bord gehenden Passagiere zu inspizieren. Sie endet mit einem Mord, dessen Zeuge Maloin aus seinem Signalwärterhäuschen wird. Wie durch die Gitterstäbe eines Gefängnisses hat Maloin den mörderischen Zank ums Geld verfolgt und seine fatalen Schlüsse daraus gezogen. Sein Schicksal, macht Béla Tarr unmissverständlich klar, ist von Anfang an besiegelt. [cs/arte]
Das aktuelle Kinoprogramm gibt es unter www.kinolabim.de
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