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Radio CORAX November 2009 |
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Radio

SCHERBEkontraBASS
Marius del Mestre und Akki Schulz, in diesem Jahr als SCHERBEkontraBASS schon in Halle zu bewundern, haben in einer Tourpause ihren Erstling „Von Keine Macht bis Gute Nacht“ aufgenommen. Der ehemalige
Rhythmusgitarrist und derzeitige Sänger der TonSteineScherben-family singt darauf, als hätte er das Spenderherz von Rio persönlich eingebaut bekommen. Akki am Bass verwandelt mit gestrichenem Sound das
Duo in ein kleines Orchester.
Zu hören auf Radio CORAX im tagesaktuellen Programm und live am 01.November um 15:30 Uhr im Riffclub – Releaseparty!
Die Scheibe ist bei Radio CORAX für 10 Euro zu haben. Drei davon gehen als Soli-Spende an CORAX!
MySpace: scherbekontrabass
Shlomo Wolkowicz
Am Donnerstag, dem 19. November bekommt Radio CORAX Besuch eines israelischen Gastes, der abends 20 Uhr als Zeitzeuge über eine Zeit berichten wird, die er als Opfer der Nazis und Überlebender eines Massenmordes und als Widerstandskämpfer erlebt hat. Shlomo Wolkowicz lebt heute in Haifa/Israel. Er wurde in der ostgalizischen Stadt Jagielnica geboren und kam mit dem Beginn des 2. Weltkrieges, im Sommer 1941, als Siebzehnjähriger in einer Vernichtungsaktion gegen die dort lebenden Juden beinahe ums Leben - in der ukrainischen Stadt Zloczow, in der er Verwandte besuchen wollte. Shlomo Wolkowicz konnte sich in der Nacht, in der die SS und ihre ukrainischen Hilfstruppen 1.000 Menschen in dem Schlosshof von Zloczow ermordete, retten und überlebte mit seiner Familie dann durch Courage und mit unglaublichem Glück - und mit Hilfe des deutschen Tabakfabrikanten Semrath - die gesamte Zeit des Naziterrors. Nach dem Krieg arbeitete er zunächst noch bis 1946 in Polen - bis zu jener Zeit der antisemitischen Pogrome in Kielce und Krakau, dann entschloss er sich, von Österreich und Italien aus für die Verteidigung des Landes Israel tätig zu werden - und ging mit Gründung des Staates Israel ins Land. In Israel arbeitete er in einer leitenden Funktion in der Industrie - und schwieg fünfzig Jahre über seine furchtbaren Erfahrungen. Zwischenzeitlich war er als Industriefachmann in Deutschland tätig, beobachtete sehr genau die politischen und gesellschaftlichen Tendenzen und entwickelte eine große Fähigkeit zum Gespräch mit der jungen Generation.
Nach fünfzig Jahren wurde er durch seine Tochter und sein Enkelkind gedrängt, doch seine Erlebnisse aufzuschreiben - und das war der Beginn seiner ausführlichen und intensiven Tätigkeit als Zeuge jener Zeit. Er setzt sich heute für die Begegnungen zwischen Jugendlichen aus Deutschland und Israel, aber auch aus Israel, Polen und Deutschland ein. Er selbst sieht die Entwicklung in Deutschland nicht pessimistisch, sondern glaubt an die Kraft der Demokratie, selbst mit dem Neonazismus fertig zu werden.
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