Donnerstag, 23. Februar 2012
Shanty Town Jukebox November 2011
No Life Lost: Nördlich der Vernunft

Mit ‚Nördlich der Vernunft‘ von den Hamburger Fußballfans ‚No Life Lost‘ habe ich hier mal wieder eine neue CD von erfahrenen Hasen. Die Truppe ist seit schon 1990 unterwegs und lässt anhand Ihrer Titel wie ‚Blutgrätschenursula‘ oder „Zu viel Kopfball“ schnell erkennen, dass der Rasenschach ihr Metier ist.

Musikalisch bewegen sich „No Life Lost“ mit ihrer neuen Scheibe „Nördlich der Vernunft“ im tanzbaren Two Tone ohne großen Schnick Schnack. Das Schlagzeug von Michi erweist sich als sehr treibend.

Die Inkredenzien von Saxophon, Trompete und Posaune passen sich harmonisch dem typischen Offbeat der Gitarre an und bilden den typischen Sound, dem man gerne zuhört. Durch die große Auswahl an Blasinstrumenten entstehen mehrstimmige Sätze, die weder die Lieder für sich vereinnahmen, noch der treibenden Kraft die Energie nehmen.

Wer auch endlich mal genug von Rock‘n‘Roll Posern mit zu viel Gewicht im Schritt hat, findet in dem Lied „‚Rockscheiße“ seine Freude, während das direkt darauffolgende „Sie Sade Entombed und Ich“ von der Hingebung zu einer jungen Lady und dem daraus resultierenden Wechsel des Musikgeschmackes handelt.

Was mir persönlich gefällt, ist die Hamburger Ehrlichkeit und Direktheit, mit der ‚No Life Lost‘ sämtliche Themen angehen und somit eben Rockern, eBay, Tratschtanten oder auch schlechten DJs in ihrem Album „Nördlich der Vernunft“ die Meinung sagen und es mit ‚Einfach mal die Fresse halten‘ zusätzlich auf den Punkt bringen; zur Frage der Anerkennung heißt dann ganz einfach ‚Respekt an mich‘.

„No Life Lost“ liefern ein gelungenes Album, das sich gut dem Genuss einiger Biere anbietet und zu dem auch noch auf Konzerten zum Tänzchen einlädt.

Geliefert wird ein partytaugliches und gut hörbares Album mit schönem Booklet und verbal gestreckten Mittelfingern in den Texten.

Fazit: Die neue Scheibe von „No Life Lost“ „Nördlich der Vernunft“ wird wahrscheinlich dennoch kein Meilenstein des deutschsprachigen Ska werden, mit dem man künftige Veröffentlichungen messen wird. [ao]

Label: CD: Rotlicht Records, 2011

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