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Szene
Dessau auf dem Weg zur eigenen Skatehalle
In Dessau wird es demnächst endlich eine neue Skatehalle geben. Zu verdanken ist dies dem Verein Von der Rolle e.V..
Ich unterhielt mich mit dem Vorstand des Vereins Jens Wittmann über den langen Kampf der Szene.
CK: Euer Verein existiert seit 2003. Erzähl doch mal, wie es zu der Gründung des Vereins kam.
Jens: Die Jungs hier wollten einfach auch im Winter eine Runde rollen können. Zusammen mit der Streetworkerin N. Hitzegrad gründeten sie dann 2003 den Von der Rolle e.V. Frau Hitzegrat hat das Projekt jahrelang mit Ratschlägen begleitet und ohne sie wäre der Verein wohl nicht so, wie er ist.
Eine Skatehalle war das Ziel und zum Zeitpunkt der Gründung auch schon gefunden. Leider brannte sie 3 Tage später ab.
CK: Ihr habt Rückschläge erleben müssen und für die Mitglieder eures Vereins gibt es keinen Treffpunkt, an welchem sie sich heimisch fühlen können. Dennoch ist die Zahl der Mitglieder im Laufe der Jahre gestiegen. Wie kommt das?
Jens: Rückschläge haben wir erlebt. Meist weil die Stadt zu wenig Vertrauen in uns hatte. Mittlerweile haben wir das ganz gut gemeistert und können was vorweisen. Der Treffpunkt ist seit diesem Jahr der kleine lokale BMX und Skateboard Shop. Das hält zusammen. Wir haben einfach einen harten Kern der die Szene zusammenhält und nährt…
CK: Der Prozess um Eure „zweite“ Skatehalle dauert nun schon sechs Jahre. Wie habt ihr die Hallen auf dem Andes-Gelände gefunden und was machte das Erreichen Eurer Pläne möglich?
Jens: Nachdem unsere erste Halle abgebrannt war, haben wir 4 Jahre auf den Wiederaufbau gewartet. Parallel entwickelten wir mit einem Studenten einen Dirt-Park als dessen Diplomarbeit. Direkt neben diesem stehen die Andes-Hallen. Wir haben daher 2007 begonnen das Konzept für diese Hallen zu entwickeln. Diese als Skatehallen betreiben zu können war ein recht schwieriger Prozess, da sie eigentlich abgerissen werden sollten. Dies haben wir geschafft. Der Dirt-Park ist seit 2008 fertig gestellt und ich hoffe, die Skatehalle kann ähnlich schnell realisiert werden.
CK: Gab es einen Wandel im Vertrauen der Stadt Dessau in Euch und wenn ja, wodurch kam dieser Zustande.
Jens: Ja. Wir haben lange durchgehalten, das Projekt und die nachhaltigen Ziele vor Ausschüssen immer wieder dargestellt und viele Unterstützer und Sponsoren gefunden.
Wir belegten als Anerkennung außerdem den zweiten Platz bei der „Goldenen Göre“ vom Deutschen Kinderhilfswerk für unsere Beteiligung an der Gestaltung unserer Lebenswelt. Seit letzem Jahr bieten wir nun auch BMX und Skateboard Anfängerkurse an und wurden dabei im August 2008 vom KiKa begleitet.
CK: Wie kann man sich derzeit eure Arbeit zur erfolgreichen Umsetzung vorstellen?
Jens: Wir haben das Projekt in Abschnitte geteilt, wobei der erste die Nutzbarkeit der Halle vorsieht. Dach, Türen und Fenster müssen hergerichtet werden. Unsere portablen Vereinsrampen dienen zunächst als Basis zum rollen für Skater und BMXer. Einen Teil der Kosten trägt die Stadt Dessau und einen Teil müssen wir selbst aufbringen. Diese Kosten sind bereits durch Spenden, Sponsoren und Eigenleistungen gedeckt.
Im zweiten Abschnitt sollen die Sanitäranlagen und weitere Rampen folgen. Diese Kosten werden zum Teil vom Landessportbund gefördert. Die kleinere der beiden Hallen bleibt vorerst außen vor und bildet den dritten Abschnitt. Über jeden weiteren Unterstützer und Helfer würden wir uns natürlich sehr freuen!
CK: Wann glaubst du, ist die Eröffnung der Halle realistisch?
Jens: Wir hoffen, noch dieses Jahr einen kleinen Etappen-Jam machen zu können. Abwarten…
CK: Glaubst du, dass durch die Eröffnung der Halle weiterer Zulauf möglich ist, und auch Skater und BMX aus dem Umland Eure Halle besuchen werden?
Jens: Ja, davon gehe ich ganz fest aus. Dessau hat viele Vororte und eben wenig Möglichkeiten zu Skaten. Auch bei den Anfängerkursen hatten wir großen Zuspruch. Dieser wird sich auch in der Halle zeigen…
CK: Dann wünsche ich euch alles Gute bei der weiteren Umsetzung, eine baldige Fertigstellung und freue mich schon auf den ersten Jam in der Skatehalle von Dessau. Gibt es jemanden, dem du noch danken möchtest?
Jens: Ich danke Holger Schmidt, der uns von Anfang an Mut gemacht hat, Nicole Hitzegrat fürs auf die Finger treten, dem Vorstand für das immer da sein, der Agentur 3undzwanzig für den Support, allen Mitgliedern, Christian Gudowski fürs buddeln an der Strecke, meiner Mutti und Oma für die Unterstützung seit ich das erstmal von BMX sprach und allen die man ja so gern vergisst bei solchen Aufzählungen. DANKE! [ck]
Webseite: www.vonderrolle.org
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