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Von Beton der lebendig wurde |
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Lokales

Von Beton, der lebendig wurde
Die Wolkendecke schiebt sich in einem einzigen tristen Grau über Halle. Unverblümt zeigt sich das Wetter von einer Seite, die bei Skateboardern, BMXern und Inlinern gleichermaßen Kopfschütteln hervorrufen. Prasselnder Regen verwischt die letzten Spuren von den unzähligen Rollen, die Mitte September in Halle Neustadt ein neues zu Hause gefunden haben. Der Rollmops Skatepark ist endlich da. Ein Stoßgebet zum Himmel hat der Eröffnung im September jedoch noch einmal prächtigen Sonnenschein verschafft.
Die komplette hallesche Szene aus Skateboardern, BMXern und Inlinern schien angerückt zu sein. Mit dabei waren Neugierige aus ganz Deutschland. Selbst Weltmeister der Streetboarder, Guido Föhre, und viele seiner österreichischen Kollegen reisten an. Außerdem schenkten nicht wenige dem Rollsport zum ersten Mal Beachtung. So teilten sich eben blutige Anfänger zusammen mit (zum Teil ebenfalls blutigen) Profis ein Territorium. Einziges Manko und darin waren sich wohl alle einig: Es war zu voll. So voll, „dass kaum noch Platz für den eigentlichen Sinn des Parks war“, wie auch Dean feststellte.
„Männliche“ Rampen mit Beton so glatt wie Babyhaut versetzte nicht nur Kwan ins Staunen „Der Park war der Killer!“ Für die Contestfahrer jedoch weniger Problem als Herausforderung. Das einzige Mädchen, DiDi aus Dresden, konnte verletzungsbedingt nicht für Etnies starten. Stattdessen erklärte sich der Hallenser/Berliner Christoph Weiss schnell zum Start bereit und hatte einen der heiß begehrten Plätze sicher. Die Inliner hatten mit Abstand das schwerste Los gezogen. Sie mussten die Quali eröffnen und sich auf einem nicht zur Ruhe kommenden Platz behaupten. Sergej Geier, einer der Favoriten im BMX, schockte gleich zu Beginn alle Anwesenden. Erste Diagnose: fettes Moppet am Knie. Also ab ins Krankenhaus. Die Finals fanden unter Flutlicht statt, gleich im Anschluss an die Konzerte von Poolstar und Amplify. Den Bands wurde allerdings etwas die Show gestohlen. Das fiel auch Marcel auf: „Traurig war, dass zur Eröffnung die Band, die echt nicht schlecht war, durch die Skater in den Hintergrund gedrängt wurde. Aber ich denk das war vom Timing nur blöde geplant. Diente also eher als Backgroundmusik.“

Die Jungs vom Breakless-Shop in Dessau drehten den Spieß kurzerhand um, denn statt Ware einzupacken, ließen sie diesmal auspacken. Ihr Einkaufswagen-Laden-Geschäft war voll mit Eigenmarke Breakless. An ihrem Stuff kassierten sie noch bis zum Ende des Tages fett Kohle.
Wer von euch Skateboardern, BMXern, Streetboarder und Inlinern es nun immer noch nicht auf den Park geschafft hat, darf sich etwas getreten fühlen. Rollt, solange den Himmel noch Stoßgebete erreichen …
Webseiten:
www.oneeighty-festival.de
www.breakless.de
Das hast du dir wohl so gedacht! Deine Worte zum Thema:
Robert, 17: „Ein schöner Park, dort kann ich meinen Oldschool-Stil richtig ausleben! Leute, ich habe tatsächlich Oldschooler kennengelernt! Hat mich sehr gefreut. Das Doubleset ist viel zu lang, aber ich spring eh fast nie Treppen. Sonst gibt es kaum Auffahrten, so kann man heizen ohne Ende. Ich fühl mich richtig drinne in diesem Park! Einfach genial. Ich hätte mir nie erträumen lassen, dass es sowas mal in Halle geben würde.
Vielleicht hätte man den Park besser gemacht, wenn man sich nicht darauf spezialisiert hätte, dass „Halle“ von oben zu lesen ist. Denn somit hätte es weniger Begrenzungen gegeben. Aber ich denke die Stadt hat das gemacht, damit es eine kreative Sehenswürdigkeit mehr in Halle gibt und auch um ihren Ruf aufzubessern. Sonst sind die Bäume in der Mitte sehr schön! Sieht gut aus und es gibt Schatten im heißen Sommer. Aber im Herbst und Frühling wird dafür viel auf dem Park rumliegen. Leider wird es nicht lange dauern und die ersten werden ihre 3-Buchstaben Abkürzungen „taggen“. Schade um die schönen weißen Rampen. Ich habe nichts gegen Graffitikunst, aber immer auf Skaterampen... An sich wars beim Contest total genial. Interessant mal nen Biker-, Inliner- und Streetboard- Contest zu erleben kam, denn sowas habe ich noch nie vorher gesehen. Ich bin auch auf viele nette Skater, Biker getroffen und fand schön, dass einige so freundlich blieben. Man hat sich entschuldigt, wenn man einem versehentlich im Weg fuhr und ich finde so gehört es sich! Das zeigt Respekt!
Welche Idee endgenial war, ist die Beleuchtung! Nur ich bedenke und hoffe, dass die Lichter nicht früher ausgeschalten werden. Wir kontrollieren das ja nicht.“ [mp]
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