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Interview
The Acting Apes
Die Acting Apes bereichern die Musikszene seit Anfang 2007 mit ihrer Anwesenheit und haben jetzt eine der größten Herausforderungen im Musikerdasein gemeistert; eine CD aufgenommen. Für uns der Grund ein Interview mit Johnny  (Gitarre / Vocals) zu führen.
Besetzung:
Johnny: Guitar, fucking vocals
Gentzsch: Double Bass,backing vocals
Schwänk: Drums, backing vocals
Wie würdet ihr selbst euren Stil beschreiben?
Den eigenen Stil zu beschreiben ist immer so eine Sache . Wir finden, dass wir unseren eigenen Stil haben, jedoch könnte man es als Mischung aus Punkrock und Psychobilly beschreiben, sogenannter Punkabilly. Der ~billy anhang kommt von dem eigentlich ursprünglichen Rockabilly aus den 50er Jahren. (Elvis etc.)
Wie entstehen eure Songs?
Alles beginnt oft mit etwas was mir im Kopf rumgeht. Das gibt das Thema des Songs an, dann überleg ich ob es eher fröhlich oder düster sein sollte. Wir versuchen den Inhalt des Songtextes so umzusetzen das er mit der Atmosphäre des Songs zusammenpasst. Das ist jedoch oft leichter gesagt als getan. Trotzdem haben wir auf der CD eigentlich nur Songs wo das zutrifft... irgendwie.
Wie lange macht ihr schon Musik?
Wir alle 3 machen schon seit vielen Jahren Musik, Johnny und Gentzschi hatten vorher zusammen eine Punkrockband, mit der sie auch einige Live-Auftritte hatten, der Schlagzeuger Schwänk spielt in mehreren Bands seit Jahren und für ihn ist das schon fast Routine alles. Mit „The Acting Apes“ sind wir jetzt ungefähr 15 Monate schon auf der Bühne zu sehen und können über 30 Live-Auftritte vorweisen.
Spielt ihr lieber in Clubs oder auf Festivals?
Bei Clubs hat man den Vorteil, dass man die Nähe zum Publikum besitzt und so mehr auf sie eingehen kann. Bei Festivals hat man ein viel größeres Publikum und die Stimmung ist da oft besser. Insgesamt spielen wir aber sowohl auf Festivals als auch in Clubs liebend gerne. Eigentlich ist es egal wo, Hauptsache den Leuten gefällt es, somit gefällt es auch uns.
Wie kam es zu den „Acting Apes“?
 Wie schon oben erwähnt, hatte Gentschi und ich schon vorher eine Punkband, diese löste sich aber auf und wir 2 wollten eher Musik mit Kontrabass machen, da wir seit Jahren begeisterte Fans der „Psychobilly“ - Musik waren. Aus Anfangs einfachen Proben entwickelten sich schnell ein paar eigene Songs die darauf warteten live gespielt zu werden. Wir hatten zwar zuerst noch einen anderen Drummer, der aber ausstieg, weil die Band zuviel Zeit in Anspruch nahm. Dann sprang kurzfristig Schwänk für eine neue Aufnahme zweier Songs ein, blieb dann aber glücklicherweise dauerhaft bei uns.
Nach welchen Kriterien habt ihr die Lieder auf eurer Platte ausgesucht?
Wir wollten auf keinen Fall Cover-Songs nehmen, da es eine CD werden sollte, die uns repräsentiert mit der Musik die wir machen. Wir haben die Songs so ausgewählt, dass Abwechslung auf der CD ist, und die Songs die live bisher am besten ankamen uns selber am besten gefielen.
Was ist dein Lieblingslied auf der Platte?
Es ist schwer ein Lieblingslied rauszukristallisieren. Ich persönlich finde den Song „Please don‘t kill me now“ am besten, da ich da mit dem Gesang zufrieden bin und er auch für mich eine persönlich wichtige Bedeutung hat.
Seid ihr mit der Platte zufrieden?
Wir waren erstaunt wie schnell sie fertig geworden ist, zumindest von den Aufnahmen. Die Tonqualität hat unsere Erwartungen übertroffen, obwohl man an einigen Stellen immer noch sagen könnte ,dass etwas anders gemacht werden könnte. Nach den Aufnahmen ging es ja auch noch um ein Cover und um das Booklet, das haben die Jungs von Netzelf aus Merseburg übernommen, auch hier sind wir mehr als zufrieden. Doch am wichtigsten wird sein, wie die Leute sie finden, die sie zu hören bekommen.
Wo kann man die platte kaufen oder Songs anhören?
Die CDs werden wir auf unseren Konzerten verkaufen oder auf unserer Myspace-Seite zum Verkauf anbieten. Da es unsere erste EP ist, halten wir den Preis von 5 Euro für angemessen. 2-3 Songs werden nach und nach auf unserer Myspace-Seite hochgeladen. Wir hoffen jedoch auch, dass diverse Internetradios oder lokale Radios einen Titel davon in ihr Programm aufnehmen. Desweiteren kommen 2 Songs auf den im November erscheinenden Sampler „Teenagers from outer Space“, der über Halb-7-Records produziert wird.
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Anstehende Gigs:
01.11.2008 / CD Release Party / Bad Dürrenberg
29.11.2008 / Uni-k.u.m / Erfurt
13.02.2009 / Rosenkeller / Jena
14.02.2009 / Blow Up / Magdeburg
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Weblink: www.myspace.com/theactingapes
Technik
Electrostübchen

Erst gab es Schallplatten, dann Tonbänder, CDs, MDs, und seit einer geraumen Weile ja die MP3 Dateichen. Vinyl aber blieb für mich bisher einfach immer das ultimative schwarze Gold. Doch ich bin auch immer für Entwicklung und nun streite ich mich ein wenig mit mir selbst.
Zu MCs, DJs und VJs gesellen sich mittlerweile auch die FJs ;-) (FileJockeys). Zur letzteren Gruppe gehören eben entweder Leute die Musik schätzen und diese dann in einem der unzähligen Online- “Platten“ - MP3 - Läden kaufen oder Personen die sich alles nur unbezahlt und kopiert besorgen.
Aber darum soll es hier nicht gehen, sondern um einen kurzen Abriss der verschiedenen Möglichkeiten, um das digitale Material interaktiv und beatgenau auf den Dancefloor zu schicken.Ganz ohne Rückenschmerzen, denn man spart sich das Bücken und Schleppen der ganzen Scheiben. Ihr könnt hier entweder Euer Geld in schöne Controller investieren, die dann Mischpulten nachempfunden sind und mit MIDI funktionieren, oder in die mittlerweile echt stabilen Timecodes-steuern-MP3s-am-Rechner Systeme. Bei manchen Controllern ist dann sogar auch schon die mehrspurige Soundkarte integriert, damit man vorhören kann.

Nun könnten wir Euch unzählige Details, so wie Pros und Cons aufzählen, aber diese persönliche Beratung überlassen wir dann doch eher dem Fachhändler Eures Vertrauens oder Ihr meldet Euch per Mail bei uns. Darum also jetzt einfach unsere persönliche kurze Liste der uns wichtigsten und attraktivsten Geräte: das Behringer BCD3000, die drei extrem gut verarbeiteten Konsolen von Vestax (VCI-100, 300 und VCM-100), dann das Total Control von Numark, die Konsolen von Hercules, die schon auf längere Erfahrung zurückblicken können und die Kontroller vom Profi M-Audio, das Xponent und das X-Session Pro.
Ja und was macht man dann mit diesen Kontrollern? Ihr steuert DJ Programme. Die gibt es frei oder käuflich in unterschiedlichsten Qualitäten und diese können auch mächtig oder eher mickrig daher kommen. Ich empfehle hier Torq von M-Audio, Traktor DJ Studio von Native Instruments und das Cue von Numark. Deckadance ist neu und schaut super aus, DJ Decks, Mixvibes und BPM Studio sollten auch noch erwähnt werden.
 Ist Euch diese ganze Variante dann doch zu digital und Ihr wollt nicht ganz so weit weg von euren analogen Tonträgern und auf keinen Fall auf das wohl beste Human-Mashine-Interface Vinyl so wie auf keinen Scratch verzichten, dann sind wir doch schnell bei den Timecode gesteuerten Systemen angelangt. Um die Unwissenden zu Wissenden zu machen: Ihr habt entweder CDs oder Schallplatten. Auf denen ist nur eine Zeitspur kodiert und durch die Nadel oder den Laser gelangt diese dann, verbunden mit dem Rechner, zur speziellen DJ Software. Die weiss dann genau welche Stelle der Sounddatei sie abzufahren hat. Da dies mittlerweile so extrem schnell von der Software umgesetzt wird könnt Ihr damit auflegen, scratchen und natürlich beat-matchen.
Final Scratch machte damals den Anfang auf dem Markt. Kleine Systeme entwickelten auch fleissig mit, aber jetzt im Endeffekt sind nur noch Traktor Scratch, Rane Serato Live und Torq von M-Audio sinnvoll zu nennen. Sucht man ein wenig, findet man auch freie Systeme. Diese sind meist preiswerter, benötigen nicht die notwendige hauseigene externe Soundkarte und vertragen sich sogar mit den Timecodes der fremden Hersteller. Bei den ganzen Systemen interessiert uns dann immer, wie stark muss Euer Rechner dafür sein, wie schnell, wie sicher läuft das System in freier Club-Wildbahn und welche Dinge beherrscht die Sache vielleicht noch zusätzlich? Torq, unser Liebling ist recht neu und viel versprechend und kommt mit einem grandiosen Preis daher. Es kann des Weiteren noch VST Effekte nutzen, kommuniziert wunderbar per MIDI und kann bald im neuen Update noch viel viel mehr.

Das neue Traktor Scratch scheint auch bei Kabelbruch Euch nicht im Club im Stich zu lassen und Serato ist am wenigsten Hardware belastend, außerdem recht minimal gehalten und extrem stabil. Wem dann das ganze noch nicht kompliziert genug ist, der findet auch Systeme die das Scratchen von Videomaterial zulassen.
Klingt alles ein wenig nach GeekTalk und digitaler Exotic? Es geht nocht einen Zacken schärfer! Wer ganz ganz früher zwei Taperecorder hatte und diese ineinander überblendete könnte sich ja heute mit zwei MP3 Playern hinstellen und für ein wenig Schmunzeln sorgen, oder immer zwei Handykinder von der Haltestelle abwechselnd weit in den Raum rein- und rausstellen, um die nervenden Hosentaschenlautsprecherdiscoteers weich zu überblenden. Oder man versucht den professionellen Handgeräte DJ zu mimen und besorgt sich eines der neuen kleine Pacemaker-Geräte, ein IPod Mischpult oder macht es wie ich und pitcht an der PSP mit DJ Progrämmchen. [bm/sw]
Radio
higherbeats.de: 06.11. Senta Julien
Fast immer haben wir nur männliche Gäste in unserer Sendung, darum ist es Zeit für eine nicht nur in Halle bekannte Dame. Unter anderem legte sie bisher in Lokalitäten wie dem Deepartment, bei All you can Dance im Loft, Klangfarben100 im Aphrodies, Tanzem im Schnee in der Villa Musicdrome, dem Sonar und 2 Tage nach unserer Sendung dann auch im 2zkb in Halle auf.
Wie freuen uns auf Senta Julien, ihr hört sie im Interview und im Mix. [bm/sw]
Weblink: www.myspace.com/sentajulien
Radio
higherbeats.de: 20.11. Soulful Spinnas

Vorgestellt wird das DJ-Duo Soulful Spinnas um Tobias Córtador und T.Rasta, deren gemeinsame Leidenschaft für House-Beats mit südamerikanischem und jazzigem Akzent ihnen in kürzester Zeit einen festen Platz in der mitteldeutschen Club- und Lounge-Landschaft erspielt hat. Beide DJs sind schon seit einigen Jahren tief in der halleschen Szene verwurzelt. Mit ihrem diesjährigen Zusammenschluss können sie sich nun stil-technisch optimal ergänzen und ihre persönlichen musikalischen Vorlieben, T.Rastas groovenden Tribal und Frenchhouse und Tobias Córtadors soulful, deep & funky House, perfekt in einer emotions- und energiegeladenen Show kombinieren.
Das spüren auch die feiernden Gäste. Und genau deshalb bemühen sie sich seit geraumer Zeit um einen Ausbruch aus den festen Strukturen eines klassischen DJ-Sets durch die Vereinigung von elektronischer Musik und Live-Performances mit Gesang und Gastauftritten von Saxophon, Trompeten und Percussion-Künstlern. Dieser eigentlich für Jazz und Blues typische Jam-Session Charakter gibt den Musikern die Möglichkeit zur Improvisation auf der Bühne und garantiert dem Publikum ein intensives und einzigartiges Erlebnis weit über das schlichte Abrocken auf dem Dancefloor hinaus. [bm/sw]
Weblink: www.myspace.com/soulfulspinnas
DVD Tipp
Holunderblüte

Holunderblüte erzählt aus dem Leben von Kindern im Kaliningrader Gebiet.
Kinder, die häufig ohne die Eltern aufwachsen, die die Verantwortung für sich und ihre Geschwister übernehmen, die von Alkoholismus und Gewalt ebenso selbstverständlich erzählen wie von Freundschaft und Liebe. Kinder, die sich die Natur spielerisch und kreativ aneignen, die mit Lebenslust und Witz eine kindliche Gegenwelt entwerfen, in der ihre Hoffnungen und Sehnsüchte aufgehoben sind.
Der Film begleitet seine kindlichen Protagonisten durch den Kreislauf der Jahreszeiten, sammelt ihre Stimmen, zeigt, wie sie sich in der Landschaft wie selbstverständlich bewegen, sich ihre Umgebung kreativ aneignen. Dabei erzählen sie vom Leben, den täglichen Ritualen, Wünschen und Träumen, Freuden und Ängsten. Zum Beispiel eine Familie mit 10 Kindern. Eine der Schwestern ist taubstumm. Sie malt Bilder von den Landschaften und Menschen ihrer Umgebung. Eine andere Schwester hat gerade die Schule geschmissen und geht kleinen Gelegenheitsarbeiten nach. Die Eltern sind meist abwesend, trinken und überlassen die Kinder sich selbst.
 Was die Kinder erzählen, wird nicht kommentiert, nicht in Interviews herausgefordert, nicht im Schnitt geglättet und nicht durch eine Rahmenerzählung auf den Punkt gebracht. HOLUNDERBLÜTE gibt den Erzählungen Raum, ist einfach dabei, wenn sie sich ereignen. Hier wird auch keine falsche Idylle von der unangetasteten Kindheit gezeigt – im Gegenteil: Es wird deutlich, wie sich Kinder, die eben nicht unbeeinträchtigt aufwachsen, kreativ ihren Lebensraum zurückerobern. Und den Mut suchen, weg zu gehen, es anders zu machen und die Lebenslust zu behalten.
Ein Film der die Landschaft und seine Protagonisten in unglaublich schönen Bildern verflicht. Unbedingt sehenswert! [Salzgeber/cs)]
Deutschland 2007 - Regie: Volker Koepp - Dokumentation - FSK: ohne Altersbeschränkung - Fassung: O.m.d.U. - Länge: 89 min.
Filmtipp
Otto - Or Up Whit Dead People
Ein provokant gemusterter, nicht nur visuell extremer Filmteppich für abgehärtete Zuschauer, der eine Reihe von Lesarten und Interpretationsmöglichkeiten in Aussicht stellt:
 Ein junger Zombie namens Otto taucht an einer abgelegenen Landstraße auf. Er hat nicht die geringste Ahnung, woher er kommt und wohin er will. Nachdem er als Anhalter nach Berlin gelangt ist und ein Unterkommen in einem stillgelegten Vergnügungspark gefunden hat, erkundet er die Stadt. Schon nach kurzer Zeit wird die Underground-Regisseurin Medea Yarn auf ihn aufmerksam. Sie beginnt mit den Aufnahmen zu einem Dokumentarfilm über ihn und wird dabei von ihrer Freundin Hella Bent so wie ihrem Bruder Adolf, der die Kamera führt, unterstützt. Gleichzeit ist Medea bemüht, „Up With Dead People“ fertigzustellen -- einen episch angelegten Polit-Porno-Zombie-Streifen, an dem sie schon seit Jahren werkelt. Sie überredet ihren Hauptdarsteller Fritz Fritze, den sensiblen Otto in seinem Gästezimmer aufzunehmen. Als Otto eine Brieftasche entdeckt, die Informationen über seine Vergangenheit enthält, beginnt er, sich an Einzelheiten aus der Zeit vor seinem Tod zu erinnern -- zum Beispiel an seinen Ex-Freund Rudolf. Er arrangiert ein Treffen mit ihm auf jenem Schulhof, auf dem sich die beiden zum ersten Mal begegneten… und zwar mit verheerenden Folgen.
Endlich ein deutscher Film der sich mit den wesentlichen Dingen im Alltag auseinandersetzt; absolut sehenswert! [ff]
Vorstellungen im Kino La Bim Halle:
15.11.-19.11. / 22:00 Uhr
21.11. / 20:00 Uhr
23.11.-26.11. / 20:00 Uhr
Lokales
AMERIKA - 8. Werkleitz Festival
Amerika. Offiziell ein Kontinent, im allgemeinen Sprachgebrauch die USA, in den Köpfen der Menschen ein Mythos. Und um diesen geht es. Thema des 8. Werkleitz Festivals ist nicht Amerika, sondern das Bild, welches wir uns davon machen.
 Der Fokus des Festivals liegt auf der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, weil sich hier der Einfluss Amerikas teilte. In Westdeutschland, als Besatzungsmacht, war er sehr direkt. Re-education, Marshall-Plan, Wiederbewaffnung, Rock’n’Roll, Jeans, NATO, Hippies, Sit-ins, Disco, Gender-Studies, Rap, Personal Computer und über allem Hollywood: Die Liste der Einflüsse ließe sich endlos fortsetzen. In Ostdeutschland war der Einfluss differenzierter, offiziell waren die USA der kapitalistische Feind schlechthin, inoffiziell wurden sie wahrscheinlich mehr bewundert als im Westen. Nach dem Fall der Mauer, mit Globalisierung, Internet und der endgültigen Etablierung des Englischen als Lingua Franca, nahm die amerikanische Hegemonie in der Welt beeindruckende Ausmaße an, um dann in der Folge des Irakkrieges einem breiten Antiamerikanismus Platz zu machen.
Eine Woche vor den US-Präsidentschaftswahlen nähert sich das Werkleitz Festival dem Phänomen mit dem spezifischen Blick von Kunst und Kultur an. Das Filmprogramm (24.-26. Oktober in der Turnhalle des Volksparks) verdichtet in drei Tagen mehr als ein Jahrhundert Filmgeschichte. Propagandafilme, Wochenschauen, Spiel und Dokumentarfilme und besonders natürlich Filme von Künstlern repräsentieren oder reflektieren den medialen Mythos Amerika.
Dieser Blick wird umgekehrt gespiegelt in amerikanischen Filmen, die die beiden Deutschlands zum Thema haben. Zum Auftakt des Festivals finden schon ab dem 9. Oktober verschiedene Veranstaltungen zum Thema an unterschiedlichen Orten statt. [werkleitz]
Weblink und weitere Infos: www.werkleitz.de/amerika
Radio
Shanty Town: We´ll keep the pressure on
 Einmal im Monat begeben sich DJ „Dexter Youngheart“ und „Dr. Dick“ Thea mit ihrem „Shanty Town. Soundsystem“ an Mikrofon und Turntables um die hallesche Radiowelt mit einer Sendung zu bereichern, die schon durch ihre musikalische Ausrichtung definitiv im Ohr bleibt.
Zu Gehör gebracht werden Ska, Northern Soul, Reggae, R‘n‘B, Swing, Surf, Beat und Rock‘n‘Roll. Die musikalische Reise beginnt dabei ab Ende der 50er, und führt durch die 60er und 70er Jahre. Selbstverständlich bleiben auch die aktuellen Entwicklungen in diesen Genres nicht unkommentiert.
Ein Highlight sowohl der Sendung als auch der hier empfohlenen Internetseite (www.shanty-town.de) sind die mit einer gehörigen Portion Herzblut geführten Interviews mit alten und neuen Ska-, Soul- und Rock‘n‘Roll Heroen. „Shanty Town“ zeigt die Zusammenhänge, Geschichte und Lebensläufe der wirklich großen Platten
dieser Welt. So: Keep the fire burning
Reinhören: www.shanty-town.de oder Radio Corax 95,5 / letzter Sonntag im Monat 16:00 Uhr
Top 5 September:
Blechreiz - Valerie
Spitfire schnell, schnell - Soul Time
Yellow Umbrella feat. Ronny Trettmann - So isses,
The Basementbrothers - In a Basement
Die Tornados - Heart of Glass
Radio
higherbeats.de: smood&cornsen
 Bekannt geworden sind sie hier in Halle durch ihren musikalischen Beitrag zum Theaterstück STYX welches schon in der Saale-Stadt gastierte. Im Rahmen dieser Performance konnte man sie live und in Aktion erleben.
smood&cornsen beschränken sich bei ihrem musikalischen Schaffen nicht nur auf eine Musikrichtung. Ihre meist sehr vielschichtig aufgebauten DJ-Sets zeigen deutlich ihr Wissen und Können rund um verschiedenste musikalische Stilrichtungen und Produktionstechniken. Minimal verspielte und teilweise sehr tiefe Musik die jeden Zuhörer in seine eigene emotionsgeladene Traumwelt führt. Dabei beschränken sie sich nicht nur allein auf die musikalische Untermalung.
smood&cornsen: „...wir sind offen für viele Impulse, Medien & Arbeitstechniken. Auf Grundlage von Texten & Konzepten erarbeiten wir Theaterabende & elektronische Musik,
Videoprojektionen & Animationen, experimentelle Lesungen & Ausstellungen...“
„emotional landscapes“ hat dies Björk mal in einem ihrer Lieder genannt und ich finde einen passenderen Vergleich gibt es nicht. Das smood&cornsen auch anders können beweisen sie z.B. auf diversen STYX-Aftershowveranstaltungen und Gastauftritten in Klubs & Locations. Gute Musik kann also auch tanzbar sein.
Davon könnt ihr euch in unserer nächsten Sendung am 9.10.2008 selbst überzeugen. [bm/sw]
Weblink: www.smoodundcornsen.de
Radio
higherbeats.de: FreakMuzik! Neo_Lectro, DiSTrActeD B.
 FreakMuzik! …das Netzwerk (kurz: FM! Network) umfasst ein Netlabel (digitall.FM!), ein Bookingmanagement (FM! bookings) und eine Community. Das Kollektiv um „freakmuzik.net“ zählt mittlerweile mehr als 10 feste Mitglieder. Im Laufe der Entstehungsgeschichte gab es eine pulsierende Besetzung, doch nun ist man ein eingespieltes Team und arbeitet in eine Richtung. Sei es Chip Tronic der mit seinen experimentellen Drum‘n‘Bass und Electronica Sounds zu überzeugen weiß oder Tri_Ton, welcher müde Technogemüter mit seinen frischen Minimalbeats aufweckt.
Für die härtere Gangart der elektronischen Musik sorgen die Residents aus dem MH-1 in Köthen. Das sind Stitzer, Stephan W., Robi_Wahn und PiToX aka der Krumme. Diese haben sich in der Szene der Region einen festen und unangefochtenen Rang erspielt und wissen mit energiegeladenem Techno zu überzeugen.
 Für die House- und Elektrofestivals der nächsten Jahre ist mit den DJ-Teams HouseConcept und TestosTeron zu rechnen, die mit eingehendem Klang die Massen mitreißen. Seit der ersten Stunde dabei sind Gründer Neo_Lectro und Weggefährte DiSTrActeD B., welche für den Großteil der Produktionen auf dem hauseigenen Netlabel verantwortlich sind und sich mittlerweile auch überregional einen Namen gemacht haben. Beide erzählen uns am 23.10. in der Sendung mehr über sich, Musik und Label. [bm/sw]
Weblink: www.freakmuzik.net
Radio
Don`t be fooled by Rap
 Gesendet wird am 4. Samstag des Monats, nächste Sendung ist am 25.Oktober 2008 und dann alle 28 Tage.
Im Mittelpunkt der Sendung steht Musik abseits vom sogenannten Mainstream. Im Rap-Bereich sind es Stücke von Anfang der 90er Newschool) bis heute, wobei die Musik sich nicht auf Rap beschränkt. Gespielt wird Musik jeder Fasson, Mucke die die Beteiligten selber gut finden, wie Soul, Jazz bis hin zu orientalischer Musik.
Die Sendung besteht aus DJ-Sets von DJ Sheer und Floriot oder der musikalischen Auswahl von Gunclippi, Grobian und IAM Weasel. Das Ganze wird von Zeit zu Zeit durch Interviews aufgelockert.
Top 5 DJ Sheer:
JUICE - Free Style Or Written
Viktor Vaughn - Change The Beat
Percee P - The Dirt And Filth (Remix)
Jehst Asaviour & Usmaan - City Sickness
Black Hole Prophecies - Foreign Beggars
DVD Tipp
Die Fraggles
Sing‘ und schwing das Bein
Lass die Sorgen Sorgen sein,
In das Lied stimm‘ ein,
Froh nach Fraggle-Art.
 Wie im Song schon zu lesen oder zu singen ist das Leben der eigentümlichen Kreaturen von Optimismus und Frohsinn geprägt. Ihr Lebensraum „Fraggle Rock“ befindet sich unter dem Haus des exzentrischen Erfinders „Doc“ und seinem Hund „Sprocket“ . Dort leben sie in einer symbiotischen Beziehung mit den „Doozern“, deren einziger Lebensinhalt darin besteht Bauwerke aus Zucker zu errichten, die gern und oft von den Fraggles verspeist werden. Ansonsten gibt es noch die Riesen „Gorgs“ in deren Garten die Fraggles Radieschen stehlen gehen, als Abwechslung zu den ausreichend vorhandenen Zuckerbauten, was ein überaus gefährliches Unterfangen ist. Aus dieser Konstellation von Figuren ergeben sich denn auch die Abenteuer die es in jeder Folge zu erleben gilt.
Ein besonderes Gimmick jeder Folge sind die Postkarten von Travelling Matt, dem Onkel des Fraggleanführers Gobo, der es als einziger gewagt hat sich in die Welt der Menschen zu begeben. Hier werden unter anderem Sitten, Gebräuche und Naturphänomene Fraggleverständlich erklärt. So versucht Travelling Matt in einer Episode den Mond zu fangen (fragglisch: „eine merkwürdige siberne Scheibe die im See schwimmt“), allerdings ohne Erfolg.
Betrachtet man das derzeitige Kinderprogramm, ist diese DVD auf jeden Fall eine erfrischende Abwechslung. Die ersten 12 von 96 Episoden der Kinderserie „Fraggles Rock“ sind seit dem 21. Juli 2008 endlich auch in Deutschland auf DVD erhältlich. Wer die DVD nicht käuflich erwerben möchte kann sie sich im Filmkunstverleih Format in Halle auf das heimische Sofa holen. [cs/jk]
Format: PAL / Sprache: Deutsch (DD 2.0 Mono), Englisch (DD 2.0 Stereo) / Untertitel: Deutsch / Bildseitenformat: 4:3 / Anzahl Disks: 3 / Spieldauer: 600 Minuten
Filmtipp
Princess
Mit der außergewöhnlichen Kombination aus Real- und Animationsfilm feierte Anders Morgenthaler auf den Filmfestspielen in Cannes 2006 sein Kinodebüt.
 Die deutsch-dänische Coproduktion besticht mit holzschnittartig animierten Bildern, die mit Realfilmszenen ergänzt werden und somit der gewaltschwangeren Story einen besonderen Look im Stile des japanischen Anime-Films verleihen.
Nach dem Drogentod seiner Schwester, die sich im Pornogenre als „Princess“ einen Namen machte, kehrt der Priester August von seiner missionarischen Tätigkeit im Ausland zurück. Er nimmt sich der zurückgelassenen Tochter an und muss feststellen, dass die kleine Mia nicht nur im Pornobusiness aufgewachsen ist, sondern auch Opfer sexueller Misshandlungen wurde. Die Story beginnt mit dem verzweifelten Versuch die Schwester von ihrer Schuld rein zu waschen, indem August versucht, alle pornografischen Filme und Magazine zu vernichten, in denen sie zu sehen ist. Im Anschluss startet er einen blutigen Rachefeldzug gegen die Pornobranche und ihre Verantwortlichen, der mit christlicher Nächstenliebe nichts mehr gemein hat. Ständige Begleiterin wird Mia, die nach und nach selbst Gefallen an der Demütigung der Hintermänner des Milieus findet.
Eines ist klar: die Story geht unter die Haut. Ob jedoch die Selbstjustiz des Protagonisten vorbehaltlos zu vertreten ist, muss der Zuschauer für sich selbst entscheiden. [jk]
Vorstellungen im Kino La Bim Halle:
10.10.-15.10. / 22:00 Uhr
17.10. / 20:00 Uhr
19.10.-22.10. / 20:00 Uhr
Szene
Shanty Town: Die Geschichte des Ska (Jamaika)
 Bis Ende des 19. Jahrhunderts blieb Jamaika weit gehend abgeschottet gegenüber amerikanischen und europäischen Musikeinflüssen. Die Blasmusik, gespielt von britischen Militärkapellen, wurde ab 1890 nach und nach Sammelbecken für die Musikszene in Kingston. Jazz erreichte Jamaika in den 20ern, wurde aber überwiegend von der Mittelklasse gehört. Eine Schallplatte, geschweige denn ein Grammophon oder ein Radio, konnten sich die wenigsten leisten. Die Mehrheit der jamaikanischen Bevölkerung hörte die traditionelle Folk Musik, basierend auf afrikanischen Rhythmen.
Aus dieser Musik entwickelte sich der Mento, eine Musik mit abgehackten Gitarrensound, einen wummernden Bass und einem pulsierenden Rhythmus im 2/4 Takt. Mento wurde von umherziehenden Straßenmusikern auf handlichen Instrumenten gespielt. Zur üblichen Besetzung gehörten Gitarren, Banjos, Bongos und ein großes Daumenpiano, die Rhumba Box. Die Musik ähnelt der Rhumba, einer afrikanisch geprägten Musik, die sich auf Kuba weiterentwickelte. Wesentliches Charakteristikum des Mento sind seine lustigen, zum Teil sehr anzüglichen Texten. Seine Popularität beschränkte sich jedoch auf die unteren sozialen Bevölkerungsschichten.
Besonders Einflüsse aus Nordamerika prägten die jamaikanische Musik der 1940er und 50er Jahre, vor allem der Rhythm & Blues. Man fühlte sich mit dieser Musik verbunden, Gemeinsamkeiten im Schicksal der Schwarzen hüben wie drüben dienten der Ausbreitung des R‘n‘B auf Jamaika. Im Zweiten Weltkrieg kam es zum verstärkten Kontakt der Jamaikaner mit amerikanischer Musik, als amerikanische Soldaten auf Jamaika stationiert wurden. Jamaikas Musik mischte sich mit Gattungen der gesamten Karibik (Calypso, Mento, Burru) und der USA (R‘n‘B, Jazz). [ao]
Reinhören: www.shanty-town.de oder Radio Corax 95,5 / letzter Sonntag im Monat 16:00 Uhr
Lokales
What!What!Records - Das Gefühl einer Tortenschlacht
 Neue elektronische Tanzmusik, Nu Disco, der Musik ein Gesicht geben, Ausrasten, Gefühlsausbrüche, Oi Oi Oi, Bassdrums, wie Tags auf Toilettentüren, Überraschungen, Erwartungen, Erwartungen toppen, hören sehen fühlen, „die gute Laune kehrt zurück“, Maximal, Unlimited, aus sich herausgehn, Parties als Selbstfindungskurs, being locker, antioberflächlicher Fasching.
Nachvollziehen, reinschauen, mitmachen! Maral Salmassi aus München, Malente aus Münster, und Zero Cash aus Köln kommen nach Halle um WHAT!WHAT! zu supporten und euch genau dieses Gefühl zu vermitteln. Ein Abend als Komposition, eine Party als Startschuss!
Erstes Release ist „You can‘t fool me David“ von Mike Okay. Geremixt wurde der Track von Tom Deluxx aus Frankreich, Sexinvaders aus Berlin und Silkersoft aus Münster. Zur Release Party kommen alle nach Halle um ihre Sets zu Präsentieren und den ersten Release mit euch gebührend zu feiern.
08.11.08 @ Theatrale:
Maral Salmassi, Malente, Zero Cash, WHAT!WHAT! DJ Gang + Friends
29.11.08 Record Release Party:
Tom Deluxx, The Sexinvaders, Silkersoft (Location comming soon)
Weblinks:
www.whatwhat.de
www.myspace.com/whatwhatrecords
Lokales
Älectro/Stricc #2 am 14.11.2008 im La Bim / Halle
Die noch junge, wohl aber schrägste Electroparty der Stadt wird nach dem spektakulären Auftakt im April mit TEAM PLASTIQUE und KANIA TIEFFER erneut für Furore in Halle sorgen. Diesmal haben die Veranstalter vom Kino La Bim zusammen mit dem Klub7 die einzigartige Band TOYDEATH aus Sidney und den populären DJ DONNA SUMMER eingeladen. 3-D Brillen sorgen für die richtige Wahrnehmung der Deko!
 TOYDEATH kommen für ein paar wenige Auftritte nach Europa und haben einen ganzen Park an coolen 8-Bit-Sound Kinderinstrumenten und Spielzeugen im Gepäck. Da wundert es kaum das George Bush-, Barbie-, so wie Jesuspuppen zu Spielzeuggitarren, Sax-a-booms und vielen anderen verrückten Spielzeugen singen werden. TOYDEATH haben ihre Spielsachen auf der ganzen Welt während ihrer Tourneen zusammengetragen. - die Sorte Spielsachen welche Eltern in den Wahnsinn treiben, doch durch den Einbau von Tonabnehmern maximal zu rocken imstande sind. Seit Ende der 90iger Jahre versprüht der US-Amerikaner Jason Forrest als DJ DONNA SUMMER Funken auf den Dancefloors dieser Erde. Kein Kostüm ist ihm zu eng, kein Samplediebstahl zu verwegen. Die Pop-Queen Donna Summer dürfte nicht als einzige Klägerin gegen ihn vor Gericht gezogen sein. Auftritte von DJ DONNA SUMMER sind eine Show bei der alles passieren kann. Eine Clique Raver auf Steroiden in Disneyland könnten da vielleicht als Vergleich herhalten. Der Electro-, Techno- und Breakbeatsound des Jason Forrest saugt mit aller Kraft an der Brust der Pop-Musikgeschichte.
Abgerundet wird der Abend visuell wie auch musikalisch vom Klub7. Die Electropiraten vom Klub7 gehören seit Jahren zum festen Bestandteil der Hallenser Electro-, und Subkultur. Dass ihnen gut eben nicht gut genug ist, beweisen die ´Siebener´ stets auf‘s Neue. [jc]
Produkte
Hoerboard: Customized functional DJ-workstation
Früher fanden 2 Plattenspieler und ein Mischpult bei den meisten DJs Platz auf kleinen Schränken, eventuell umgebauten Biertischgarnituren oder anderen glatten Flächen. Das Hoerboard macht endlich Schluss damit und gibt all denen die das DJ Dasein nicht länger improvisiert fristen möchten die Möglichkeit einer stylischen Variante in den eigenen 4 Wänden.
Das Hoerboard ist eine Hohltischkonstruktion aus MDF- und Multiplexmaterial in dem sowohl Plattenteller als auch Mischpult verschwinden und sich mit der Oberfläche zu einem Ganzen verbinden, auch der entsprechende Kabelsalat gehört der Vergangenheit an. Die Gestaltung ist absolut flexibel, soll heißen, Größe, Formung, Farbe, Furnier und entsprechende innen liegende Kabelstrecken können vom Kunden selbst bestimmt werden. Alle Kabel münden dann am Fußende des Tisches und sind von dort auf diverse Endgeräte verteilbar.
Also eine Designlösung für Liebhaber, die zwar nicht gerade günstig ist (ca.1000,-Euro), aber das Plattenauflegen zu Hause zu einem echten Hingucker werden lässt. Da kann man nur sagen „Auf Wiedersehen“ Improvisation, willkommen schöne neue Welt. [cs]
 Details zum Hoerboard
Maße: Höhe 90, 100, oder 110 cm
Gewicht: ca. 85 kg
Länge: 188 cm / Tiefe: 60 cm
Audioein- und ausgänge am linken Fußende:
4 × Chinch (für Master, Monitor und externe Geräte) / 2 × XLR (für Master, Monitor und externe Geräte) / 1 × Stromnetz mit 220 Volt
Oberflächenauswahl
Furnier: Zebrano, Bambus dunkel, Bambus,
Olivenbaum / Lack: alle HKS & RAL- Farben in Hoch-, Seidenglanz und Matt
Weblink: www.hoerboard.de
Szene
History of Mod - Teil 2

Mod war modetechnisch anfangs ein ungepflügtes Feld, einen gängigen Look oder eine Uniformierung gab es nicht, zunächst wurde aus Schwulenboutiquen alles raus gekauft, was für den „Future - Dandy Look“ brauchbar war, man orientierte sich an den Anzügen der Jazzer, alles wurde aber noch taillierter und enger geschneidert, ganz nach Art des englischen Offizierrocks. Der Anzug musste auf jeden fall eine Ablehnung von festgefahrenen Konventionen darstellen, er durfte dem Chef, dem Lehrer oder den Eltern nicht gefallen! Das Element des selbstkreierten Looks mit selbstgenähten Klamotten war damals wichtig. Den Look der Mod‘s konnte man nicht einfach im Laden kaufen, man konnte nur dazugehören, wenn man selbst etwas dafür tun und riskieren wollte.
So ist das auch heute noch, selbst wenn man heutzutage mit massig Knete durch die angesagtesten Boutiquen europäischer Metropolen laufen würde und den „Mod Style“ verlangen würde, das richtige Gefühl für Authentizität kann man dennoch nicht kaufen. Noch was: Mod war personell gesehen eine weisse Angelegenheit, wer sich den schwarzen Einwanderern aus dem Commonwealth noch verbundener fühlte, wurde Rudeboy und hörte Ska und Rocksteady, heute ist diese Jugendkultur besser bekannt unter dem Namen Skinhead. doch das ist eine andere Geschichte, auf die ich später zurückkomme...

Parallel zu den Anfängen der Modkultur entstand in Frankreich und Italien ein neues Kino, einer Smartness und Wildheit verpflichtet, welche man bis dato so noch nicht gesehen hatte. Schaut euch mal „Außer Atem“ mit Jean Seberg und Jean Paul Belmondo an, dann habt ihr eine Ahnung davon, wie hoch die Latte für Coolness Anfang der 60er Jahre von den Franzosen gelegt wurde.
Das tragen von französischen Attributen (Baskenmützen), das lesen von französischen Tageszeitungen (auch wenn man kein Wort verstand) im Strassencafe, das Auftragen von italienischen Anzügen war plötzlich das Non Plus Ultra für den modebewussten Stylisten. Natürlich gab es auch weibliche Mods, die Modettes. Aber Frauen, obwohl sie einen eigenwilligen Chic entwickelten, schienen in dieser Szene nicht im Mittelpunkt zu stehen. Denn das Motto lautete: jeder ist sein eigener Star!
Hedonismus und Ästhetik waren das hohe Gut und mehr: die Mods trugen auch mal Schminke. Jawohl, die Jungs! Jetzt hat man auch eine blasse Ahnung, von wem sich die Waver und Gothiks der 80er ihren Romantik - Look abgeschaut haben. Die Mods waren nicht nur „die ersten Dandies der Popkultur“ (Zitat aus dem Film „Velvet Goldmine“), sondern pflegten auch einen androgynen Look, welcher aus dem Cabaret und der Homoszene kam und seine Überhöhung in den 70ern im Glam Rock fand.
 Coco Chanel war schon lange eine Ikone der Modeszene, doch für die Mods waren junge Designer die wahren Stars. Heute grosse und auch teilweise vergessene Namen, wie Yves St. Laurent, Zandra Rhodes, Rudi Gernreich, Pierre Cardin, Luigi Colani oder Verner Panton kreierten aus Jugendstil, Science Fiction, Psychedelic, asiatischen Einflüssen, neuer Sachlichkeit, Futurismus, Plastik, Bauhaus und hunderten anderen Versatzstücken einen neuen Stil für Mode, Möbel und Design der 60er Jahre, welcher heute noch als Modernismus bezeichnet werden könnte. [ao]
...Fortsetzung folgt!
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