Donnerstag, 29. Juli 2010
congrav e.V. 2001 bis 2010
Congrav_IMG_8707.jpg Congrav_Logo.jpg










Ne Vereinsgeschichte...

Jedem, der in Halle und Umgebung einmal ein Event für Individualsportarten wie BMX, oder Skateboarding etc. besucht hat, wird dabei schon einmal das Banner des congrav e.V. ins Auge gestochen sein. Congrav steht im übrigen für Contra Gravitation. Der Verein wurde 2001 in Halle (Saale) gegründet, ist seit 2002 eingetragen und gemeinnützig und seit 2009 Freier Träger der Jugendhilfe sowie ausgezeichnet als „Ausgewählter Ort“ in „Deutschland – Land der Ideen“.

In der Zwischenzeit sind natürlich nicht nur die Mitglieder sondern auch der Verein älter und erwachsen geworden. War der congrav e.V. früher ein Verein welcher sich aus Sportlern zusammensetzte, so ist daraus heute ein Verein geworden, welcher sich für die Sportler und deren Individualsportarten einsetzt. Nach einer Pause Anfang 2007 nahm der Verein seine Arbeit im Spätsommer 2008 wieder auf und startet seitdem voll durch.
Für uns Grund genug für ein Interview mit Christian Andrae, Gründungsmitglied und Vorstand des congrav e.V. zu führen und so die Arbeit des Vereins mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Congrav_IMG_8757.jpgCK: Hallo Christian. Erzähl doch zunächst einmal, wie es zu der Gründung von congrav kam.

CA: congrav wurde 2001 gegründet, weil eine Gruppe von Jungs eine Stimme haben wollte. Wir dachten, wir hätten es dadurch leichter und würden vielleicht auch an Unterstützung und Gelder kommen. Aber dazu waren wir zu unerfahren und die Zeit noch nicht reif. Ein Gemeinschaftsgefühl gab es trotzdem.

CK: Welche Rolle hat congrav zu dieser Zeit und bis zu seiner Pause 2007 im lokalen Szenegeschehen gespielt?

CA: Ich glaube es war eine große Rolle für die, die dazu gehörten. Wir hatten Spaß, haben viel unternommen und konnten unser Ding machen. Neben der privaten Skatehalle (in der Szene immer nur als BMX-Halle bezeichnet) konnten wir coole Shows machen, sind mehrfach mit Wohnmobilen quer durch Europa geskatet oder haben angefangen uns an witzigen Projekten zu beteiligen. So gestalteten wir beispielsweise die Action-Area auf dem Deutschen Turnfest 2002 in Leipzig und konnten mit Skate-, BMX- und Breakdance-Show rocken. Das coolste Projekt war wohl der Bau der SkateBar im Bahnhof von Halle-Neustadt 2005. Hier konnten wir zeigen, dass wir nicht nur rollen, sondern auch bauen können.
Unterm Strich war es eine Zeit in der unser Sport gelebt wurde und gewachsen ist. Damit spielten wir in der Szene schon eine Rolle, wie groß ist doch nicht wichtig…

CK: Wie kam es zu der Pause im Frühjahr 2007 und was war der Anstoß für den Verein, die Arbeit im Spätsommer 2008 wieder aufzunehmen?

CA: congrav hatte immer eine Location als Kern, eine Halle, in die wir gehen konnten und die uns immer wieder zusammen gebracht hat. Dieses Mietverhältnis wurde uns gekündigt, um der Jugend wiedermal zu zeigen, was man von ihr hält. Hinzu kam wohl, dass der Generationenumbruch in einer Art Sportverein nicht so recht geklappt hat. Also haben wir uns alle mehr um uns selbst gekümmert.
Gerollt sind wir natürlich nach wie vor und auch häufig gemeinsam…
Die Pause hat dem Verein gut getan, denn etwas Zeit sich Gedanken zu machen, hat einen etwas anderen Verein geschaffen. Dessen Ziel es ist nun, dass jeder der Lust hat rollern, tanzen oder sprühen kann – legal und an Orten, wo es Spaß macht und möglichst kostenfrei ist. Die Idee mit dem Skatepark in Halle-Neustadt war zwar nicht von uns, aber sie kam uns sehr gelegen, um mit unserer Vision loszulegen.

Congrav_92DT9615.jpgCK: Wie sieht die Arbeit des Vereins heute aus, um Individualsportarten wie BMX, Skateboarding und Streetboarding etc., sowie die Jugendlichen, welche diese Sportarten ausüben, zu unterstützen?

CA: Tja, aus Sport ist Passion und aus Spiel ist Arbeit geworden. Nun versuchen wir mehr die Gesellschaft für unsere Sportarten zu begeistern und den Entscheidern aus Stadt und Unternehmen etwas zu entlocken, um es den Kids leichter zu machen auf ‚Mist bauen‘, Drogen und ‚dick werden‘ zu verzichten. Dazu gehört die Arbeit in und mit Skateparks, mit Kindern und Jugendlichen und eben auch etwas über Skaten und BMX hinaus. Breakdance, Graffiti und Musik sind uns ähnlich wichtig, denn dieser Kultur gehört eine Menge an.

CK: Engagiert sich der Verein nur im Raum Halle (Saale), oder ist er auch überregional tätig?

CA: Unsere Arbeit findet hauptsächlich in Halle statt. Aber wir machen auch viel mit den Leipzigern der Urban Souls zusammen. Darüber hinaus ist es unabdingbar die Deutsche Szene zu kennen und so haben wir auch in Dessau (von der Rolle e.V.) und Berlin (Mellowpark) viele Bekannte und Freunde…

CK: Ein Blick auf die aktuelle Webseite des Vereins „congrav.net“ erweckt den Eindruck, dass die Anzahl der Mitglieder gesunken ist. Was ist der Grund dafür und welche Auswirkung hat das auf die Arbeit des Vereins?

CA: Ja das ist richtig, klein und flexibel eben. Wer jetzt noch im Verein ist, ist nicht unbedingt der Sportler, sondern jemand, der sich engagieren will. Wer Sport machen will, braucht nicht im Verein zu sein und Mitläufer kann ich gar nicht ab…

CK: Welche Rolle hat der Verein bei der Erschaffung des Rollmops-Skatepark in Halle-Neustadt gespielt und wie kam es dazu?

CA: Ich glaube, das Heft ist zu klein, um die Geschichte zu erzählen. Aber wir waren von Anfang an dabei und können uns auf die Schulter klopfen, dass der Park von und für die Nutzer geplant wurde.
Wichtig war auch, dass wir es geschafft haben eine Kooperation mit der Stadt einzugehen. Nun versuchen wir uns um den Park zu kümmern und ihn zu bespielen. Die Voraussetzungen sind riesig und wir haben uns viel vorgenommen, was wohl schon die Eröffnung im letzten September gezeigt hat.

Congrav_ralph1.jpgCK: Da das Jahr 2010 nun noch recht jung ist, was wird man von congrav in diesem Jahr erwarten können und zu sehen/hören bekommen?

CA: In diesem Jahr wird sich natürlich viel um die erste Saison im Rollmops Skatepark drehen, um Contests, Workshops und die Etablierung in der deutschen Szene. Aber auch in einen Secret-Spot wollen wir investieren…

CK: Wie siehst du allgemein, die Zukunft des Vereins?

CA: Offen und sehr positiv.

CK: Wenn du nun, im Namen des Vereins, oder im eigenen Interesse, irgendjemandem Danken möchtest, hast du jetzt noch die Möglichkeit dazu.

CA: Es wäre unfair jemanden zu nennen, weil ich auf jeden Fall jemanden vergessen würde. Und dennoch danke ich allen, die etwas dazu beigetragen haben, dass wir so weit gekommen sind und die sich daraufhin angesprochen fühlen. Von Halle bis Warschau, von London bis Innsbruck. Wir sehen uns im Skate Heaven, falls die da auch Streetboarder rein lassen.

CK: Ich danke dir für dieses Gespräch. [ck]


Ihr seid Skateboarder, Streetboarder, Rollerblader oder BMXer und habt eine Geschichte zu erzählen, Gerüchte zu verbreiten oder sucht einen Sponsor? Ihr wisst nicht, wo man in der kalten Jahreszeit skaten kann? Die Skatehalle oder der Dirt-Park in Eurer Stadt sollte unbedingt mal besucht und vorgestellt werden? Es gibt einen Contest in der Nähe und wir sollen Ihn vorstellen? Dann nichts wie los, schreibt uns! Mail: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie es sehen können
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